+
Erfahrungssammlung: Neben dem Studium lässt sich durch ehrenamtliches Engagement einiges an Kompetenz hinzugewinnen.

Engagement

Ein Ehrenamt bringt Studenten voran

Die Bereitschaft von Studenten, sich ehrenamtlich zu engagieren sinkt. Zu sehr sind sie eingebunden in die Pläne von Master- und Bachelor-Studiengängen. Dabei kann sich freiwilliges Engagement durchaus bezahlt machen.

Am 5. Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamts. Ein Anlass für Studenten, sich zu überlegen, wie sie sich für die Gesellschaft engagieren können. Das kann sich gleich doppelt auszahlen: Bestenfalls bringt es ihnen persönlich und für die Karriere etwas. 

Vorlesungen, Seminare, Klausuren und Praktika - Studenten haben meist einen vollen Zeitplan. Und doch kann es sich lohnen, auch mal über den Tellerrand zu schauen und sich ehrenamtlich zu engagieren. Das bringt nicht nur Abwechslung in den Unialltag, sondern tut auch dem Selbstbewusstsein gut. Und vielleicht hilft es sogar der Karriere.

Weniger Studenten im Ehrenamt

„Die Zahl der Studenten, die sich ehrenamtlich engagiert, ist im Laufe der vergangenen Jahre gesunken“, berichtet Eckhard Priller, Leiter der Projektgruppe Zivilengagement beim Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). So gaben bei dem Freiwilligensurvey im Jahr 1999 rund 46 Prozent der Studenten an, sich ehrenamtlich einzusetzen. „2009 waren es nur noch 40 Prozent.“

Der Wissenschaftler erklärt das sinkende Engagement unter anderem mit der Studienreform hin zu den Bachelor- und Masterstudiengängen. „Dadurch ist der Druck auf die Studenten gewachsen, und es bleibt weniger Zeit für anderes“, sagt Priller. Außerdem wechselten mittlerweile mehr Studenten während des Studiums den Hochschulort. „Auch das wirkt sich oft schlecht auf das ehrenamtliche Engagement aus, weil man sich meist erst einmal am neuen Studienort orientieren muss, bevor man den Kopf für andere Aktivitäten frei hat.“

Gute Abstimmung ist Voraussetzung

Wer sich dennoch ehrenamtlich engagieren will, sollte zu seinem Wort stehen. „Verlässlichkeit und Vertrauen sind sehr wichtig für die Arbeit“, sagt Ben vom AStA der Freien Universität Berlin. Denn sonst funktioniere die gesamte Zusammenarbeit im Studentenausschuss nicht. Dabei muss man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man nicht so irre viel Zeit hat, wie Eckhard Priller vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung betont. „Man sollte es nur am Anfang ehrlich sagen, dann kann man das meist gut miteinander abstimmen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion