Druckkündigung: Muss gut begründet sein

Mainz/Berlin. Die Kündigung eines Arbeitnehmers kann von dritter Seite nicht ohne weiteres verlangt werden. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass ein verhaltens-, personen- oder betriebsbedingter Kündigungsgrund vorliegt.

Mainz/Berlin. Die Kündigung eines Arbeitnehmers kann von dritter Seite nicht ohne weiteres verlangt werden. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass ein verhaltens-, personen- oder betriebsbedingter Kündigungsgrund vorliegt.

Sonst ist eine sogenannte Druckkündigung nicht erlaubt. So entschied das Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz (Az.: 5 Sa 381-07), wie die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin mitteilt.

Das Gericht urteilte über die Mitarbeiterin in einem Kindergarten, die große Schwierigkeiten mit Kollegen und Vorgesetzten hatte. Unter anderem wurde eine Diplom-Psychologin hinzugezogen. Außerdem gab es nach Eltern-Beschwerden Beratungsgespräche mit dem Kreisjugendamt. Schließlich sprach der Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung aus. Die Mitarbeiterin klagte und bekam in zweiter Instanz Recht.

Der Arbeitgeber berief sich darauf, dass Dritte - die Eltern - die Kündigung gefordert hatten. Die Richter sahen die Voraussetzungen dafür nicht gegeben. Wäre die Druckkündigung durch das Verhalten der Frau begründet, hätte es im Vorfeld Abmahnungen geben müssen. Ausreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Klägerin für die Arbeit nicht geeignet sei, konnte der Arbeitgeber nicht vorbringen. Eine betriebsbedingte Druckkündigung wäre nur dann möglich, wenn dem Arbeitgeber bei einer Weiterbeschäftigung der Frau mindestens schwere wirtschaftliche Schäden drohten. (dpa/tmn)

Informationen: Deutsche Anwaltauskunft, Telefon: 01805/18 18 05 für 14 Cent pro Minute, Internet

Hilfe: www.anwaltauskunft.de

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