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Ein britischer Professor fordert, dass Frauen während ihrer Periode bezahlten Urlaub haben sollten.

Britischer Professor

Drei Tage Menstruations-Urlaub für Frauen gefordert

Der britische Gynäkologe Gedis Grudzinskas fordert, dass Frauen jeden Monat drei bezahlte Tage Menstruations-Urlaub bekommen sollten. Das würde sie während ihrer Periode entlasten und sonst zusätzlich motivieren.

Migräne, Stimmungsschwankungen, der Kreislauf ist im Keller, der Unterleib schmerzt, der Rücken tut weh: Vielen Frauen bereitet ihre Periode große Probleme, das Spektrum der möglichen Leiden ist breit.

Zu Schulzeiten waren die Beschwerden noch eine häufig benutzte Ausrede fürs Fernbleiben vom Sportunterricht. Im Job ist das Fehlen schwieriger zu begründen. Nach Meinung eines Experten muss sich das aber ändern. Der britische Professor Gedis Grudzinskas fordert für weibliche Angestellte daher drei bezahlten Tage Menstruations-Urlaub pro Monat.

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Männer müssen es hinnehmen

Laut ?Daily Mail? stellte der renommierte Gynäkologe seinen Vorschlag auf dem „Festival of Ideas“ an der Cambridge University vor. Die freien Tage würden Frauen seiner Meinung nach während ihrer Periode entlasten und im restlichen Monat für mehr Motivation und Produktivität sorgen.

Ihre männlichen Kollegen müssten den Extra-Urlaub laut Grudzinskas „einfach hinnehmen.“ Es seien ja auch nicht die Männer, die schwanger werden oder ein Kind zur Welt bringen müssen, meint der Wissenschaftler.

Asien als Vorreiter

Die Idee mag für viele Frauen und Männer gleichermaßen ungewöhnlich klingen, neu ist sie aber keinesfalls. In einigen asiatischen Ländern gibt es diese Regelung seit vielen Jahren. So dürfen in Japan und Indonesien Frauen während ihrer Periode zu Hause bleiben - seit 1947. Genutzt werden die freien Tage allerdings nicht regelmäßig. Die japanischen Frauen möchten es immer seltener, in Indonesien ignorieren viele Unternehmen das Gesetz einfach.

Gleichberechtigung am Arbeitsplatz gefährdet?

In Russland gab es vor einigen Jahren ebenfalls einen Vorstoß auf diesem Gebiet. Die Initiatoren begründeten ihre Forderung damit, dass Frauen während ihrer Periode nicht fähig seien, sich zu konzentrieren und stärker zu emotionalen Äusserungen tendieren würden. Feministinnen liefen dagegen Sturm und der Vorschlag wurde beerdigt.

Meist wird die Forderung nach einem Menstruations-Urlaub wegen der dadurch vermeintlich gefährdeten Gleichberechtigung am Arbeitsplatz zurückgewiesen. Frauen könnten bei einer Bewerbung grundsätzlich benachteiligt werden, da ihnen jeden Monat drei bezahlte freie Tage zustehen würden.

Zudem müsste das Thema in der Gesellschaft erst einmal enttabuisiert werden: Wohl nur wenige Frauen besprechen ihren Menstruationszyklus mit ihrem Chef...

(ckr)

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