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Digitalisierung

Die Digitalisierung in der Arbeitswelt macht lebenslanges Lernen notwendig

Die Digitalisierung bringt es mit sich, dass sich die Arbeitswelt verändert. Viele der heute bekannten Jobs wird es in einigen Jahren nicht mehr geben.

Studien zufolge wird mehr als die Hälfte der Generation Z, also all jene, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind, in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt. Für viele Arbeitnehmer bedeutet das, dass sie die Schulbank erneut drücken müssen, um up-to-date zu bleiben und den veränderten Jobanforderungen gerecht werden zu können.

Arbeitnehmer, die gewillt sind, sich mit den neuen Anforderungen der digitalen Welt auseinanderzusetzen, die neue Tools und Aufgaben lernen, neue Kompetenzen erwerben und immer wieder Neues dazulernen, haben auf dem Arbeitsmarkt langfristig Chancen. In Deutschland ist eine Weiterbildungskultur von Nöten, in der alle Lust haben, immer weiter zu lernen – und zwar ein Leben lang. Dabei ist es auch wichtig, dass sich das Weiterbildungsangebot in dem Maß entwickelt, wie es die moderne Arbeitswelt erfordert.

Warum lebenslanges Lernen notwendig ist

Das Lernen kann nicht nach Schule, Studium und Ausbildung einfach enden. Das ist eigentlich logisch. Sonst würden alle bei einem bestimmten Forschungsstand stehen bleiben und sich nicht an neue Gegebenheiten anpassen können. Es liegt in der Natur des Menschen neugierig zu sein, immer weiter zu forschen und dabei auch immer neue Forschungsergebnisse, neue Technologien hervorzubringen.

In den 1970er-Jahren ist das lebenslange Lernen zu einem bildungspolitischen Konzept geworden. Die Folge: Die Zahl der Wissensgebiete und Fähigkeiten ist heute unbeschreiblich groß. In Schule oder Universität können sich junge Menschen nur einen Bruchteil davon aneignen. Im Berufsleben gilt das noch mehr. Entwicklungen und Veränderungen laufen heute in kürzester Zeit und über Branchengrenzen hinweg ab. Das ist zu einem großen Teil der Digitalisierung und der Globalisierung geschuldet. Technischer Fortschritt kann innerhalb kürzester Zeit dazu führen, dass das bisherige Wissen zu nichts mehr nützt. Wer nicht bereit ist, lebenslang zu lernen, bleibt irgendwann auf der Strecke.

Und wer soll das bezahlen?

Nicht alle haben die finanziellen Ressourcen, stets neue Kompetenzen zu erwerben und sich auf dem Laufenden zu halten. Denn Bildung ist nicht nur notwendig – sie kostet auch Geld. Hier kann ein Bankkredit helfen, doch nicht immer bietet die Hausbank die besten Konditionen. Wer gute Konditionen für seinen persönlichen „Bildungskredit“ sucht, kann sich dabei im Internet mit einem Konditionenvergleich behelfen.

Teilweise beteiligen sich die Unternehmen mittlerweile auch an den Kosten für die Fort- und Weiterbildung. Unternehmen machen dies nicht (mehr ausschließlich) uneigennützig. Viele haben bereits erkannt, dass gut ausgebildete Mitarbeiter ihr größtes Kapital sind. Neu gewonnenes Wissen und neu erlernte Fähigkeiten tragen zum weiteren Unternehmenserfolg bei. In bestimmten Lebenssituationen gibt es dazu auch staatliche Fördermittel. Manchmal und für sehr spezielle Bildungsmaßnahmen müssen die Teilnehmer jedoch nach wie vor selbst für die Kosten aufkommen.

Die Fördermöglichkeiten

In Deutschland gibt es das Qualifizierungschancengesetz. Gemäß diesem Gesetz hat jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Weiterbildungsberatung durch die Agentur für Arbeit. Eine Förderung von bis zu 100 Prozent gibt es vor allem für Lehrgänge rund um die Digitalisierung. Die Zuschüsse sind nicht an Alter, Qualifikation oder Betriebsgröße gekoppelt. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Betriebsgröße. Wer in einem kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten arbeitet, kann mit einer Förderung von 100 Prozent rechnen. Wenn eine Schwerbehinderung vorliegt oder der Antragsteller schon mindestens 45 Jahre alt ist, ist ebenfalls eine 100-Prozent-Förderung vorgesehen.

Der Europäische Sozialfonds (ESF) stellt Mittel für die berufliche Weiterbildung zur Verfügung, die Lernwillige in kleinen und mittelgroßen Unternehmen in einigen Bundesländern in Form von Bildungsschecks erhalten. Diese Fördermittel sind sowohl für Beschäftigte als auch für Berufsrückkehrer beispielsweise nach der Familienpause oder längerer Krankheit gedacht.

Beschäftigte mit einem geringen Einkommen können die Bildungsprämie bekommen. Dabei bestehen zwei Möglichkeiten:

  • Der Lernwillige erhält 50 Prozent der Kosten für seine Bildungsmaßnahme erstattet, bis zu einer Höhe von 500 Euro in Form von Prämiengutscheinen.
  • Die zweite Option ist Geld, das der Beschäftigte im Rahmen des Vermögensbildungsgesetzes angespart hat. Wer diesen Spargutschein in Anspruch nimmt, verliert seinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage nicht.

Die beiden Optionen lassen sich kombinieren. Lernwillige profitieren davon, wenn sie ihr Wissen auf dem aktuellen Stand halten. Im Idealfall haben sie so gegenüber den Kollegen einen Vorteil. Das gilt insbesondere für Spezial- oder Expertenwissen. Damit steigt der Marktwert und Beschäftigte werden so zu einem sehr wichtigen Mitarbeiter.

Weitere Argumente – warum sich lebenslanges Lernen lohnt

Lernen ist manchmal hart und kann sehr frustrierend sein, vor allem dann, wenn sich partout kein Verständnis für den Lernstoff einstellt. Das Glücksgefühl und der Lernerfolg, wenn das Lernziel am Ende erreicht ist, belohnen für die Anstrengungen. Bis es am Ende so weit ist, sorgen kleine Zwischenziele für die notwendige Motivation und für Freude am Lernen. Insbesondere wenn ehrgeizige Ziele am Ende erreicht sind, macht das sehr glücklich.

Wer etwas Neues lernt, sieht auch immer mehr Fragen aufkommen. Das Verständnis für ein Thema weckt ganz natürlich neue Fragen. Das wusste schon Sokrates und befand: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Wer einen Sachverhalt verstanden hat, sieht plötzlich, dass es noch viel mehr zu erforschen gibt und wird wahrscheinlich schon nach der nächsten Wissensspritze Ausschau halten.

Lehrer gelten als Berufsjugendliche, denn das Beanspruchen der grauen Zellen durch das lebenslange Lernen hält jung und beugt Demenz vor. Die meisten Lehrer setzen sich berufsbedingt ständig mit neuen Inhalten auseinander. Sie lernen dabei neue Methoden, Präsentationstechniken, Techniken zur Vermittlung von Wissen. Sie sind ständig von jungen Menschen umgeben, was dazu beiträgt, dass Lehrer geistig flexibel bleiben und Impulse aus den unterschiedlichsten Bereichen aufnehmen. Auch wenn das nicht für alle Lehrer so gilt, sind sie dennoch nicht nur mit Altersgenossen zusammen, wie das beispielsweise häufig in Unternehmen der Fall ist.

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