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Bei Vorstellungsgesprächen sollte auch der Bewerber selbst Fragen stellen.

Clever im Vorstellungsgespräch punkten

Darum sollte jeder Bewerber auch selbst Fragen stellen

Im Bewerbungsgespräch stellen meistens die Personaler die Fragen - und die Bewerber kommen vor lauter Antworten nicht dazu, selbst welche zu stellen. Dabei ist es sehr wichtig.

Von Christina Scholten

Im Vorstellungsgespräch sollte es eigentlich darum gehen, dass Bewerber und Unternehmen sich kennenlernen. So zumindest könnte man den Wortbestandteil „Gespräch“ deuten. Doch die Realität sieht häufig anders aus. Anstelle eines netten Dialogs erwarten Personaler von Bewerbern stimmige Antworten auf ihre Fragen, auch wenn diese oft kniffelig sind.

Viele Bewerber konzentrieren sich so sehr auf diese Ausfrage-Situation, dass sie am Ende die Chance verpassen, eigene Fragen zu stellen. Dabei kann jeder gerade hier noch einmal beim potentiellen neuen Arbeitgeber punkten. Denn wer Fragen stellt, zeigt nicht nur Interesse, sondern auch, dass er über den üblichen Rahmen hinaus denken kann.

Allerdings kommt nicht jede Frage gut an. Sofort über Pausenzeiten, Urlaub und Vergünstigungen für Mitarbeiter zu sprechen, könnte den Eindruck erwecken, dass der Bewerber unmotiviert ist. Besser eignen sich Fragen, die den Personaler direkt zum Reden auffordern – und ihn damit auch positiv überraschen können.

Wichtig ist es dabei aber, nicht zu forsch aufzutreten. Versuchen Sie die Situation einzuschätzen: Ist das Gegenüber generell offen und freundlich, können Sie auch etwas persönlicher werden. Falls die Stimmung ohnehin angespannt ist, versuchen Sie es lieber mit den allgemeineren Fragen.
Wir haben eine Auswahl der Fragen gesammelt, mit denen Sie im Vorstellungsgespräch punkten können.

Was sind momentan die größten Herausforderungen für das Unternehmen/ die Abteilung?

Es ist immer gut, vor dem Bewerbungsgespräch die wichtigsten Fakten zum Unternehmen zu recherchieren. Interessant ist es natürlich auch zu hören, vor welchen Aufgaben die Abteilung steht, für die Sie sich bewerben. So finden Sie schnell heraus, woraus im Falle einer Anstellung Ihre Aufgaben bestehen könnten.

Wie sind Sie zum Unternehmen gekommen?

Dies ist nicht nur eine gute Frage, um den Personaler besser kennenzulernen und ihn mit der persönlichen Note zu überraschen. So erfahren Sie auch, welche Qualitäten Kollegen mitbringen und über welche Wege man ins Unternehmen gelangen kann.

Warum ist die Stelle vakant?

Wurde dem Vorgänger gekündigt oder ist er freiwillig gegangen – und aus welchen Gründen? So erlangen Sie einen ersten Einblick ins Betriebsklima. Denn wenn der Personaler bei der Frage herumdruckst, kann es bedeutet, dass der Abschied nicht schön war. Und das ist meist kein gutes Zeichen.

Wie viele Kollegen betreuen die gleiche Position wie ich?

Interesse an denjenigen zu haben, mit denen man später arbeitet, ist ganz natürlich. Gut zu wissen ist aber auch, wie hoch der Konkurrenz-Druck ist.

Welche Aufgaben haben meinen Vorgänger am stärksten in seiner Position gefordert?

Ähnlich wie die Frage nach den aktuellen Herausforderungen für das Unternehmen. Was hinzu kommt ist die Einsicht darin, ob der Personaler überhaupt eine Ahnung von der Stelle hat und dementsprechend erklären kann, wo die größten Aufgaben liegen – oder woran es beim Vorgänger gehapert hat. So können Sie sich schon einmal darauf einstellen, was auch Sie erwarten könnte.

Welche Fähigkeiten schätzen Sie besonders an Ihren besten Mitarbeitern?

In einem Bewerbungsgespräch fällt häufig die Frage, was der Bewerber denn für Fähigkeiten mitbringe. Warum nicht den Spieß einmal herumdrehen und indirekt danach fragen, welche Fähigkeiten erwartet werden, um positiv aufzufallen?

Woran würden Sie meine Arbeit messen?

Unternehmen wollen Erfolg haben. Um dieses Ziel zu erreichen, sind auch die Mitarbeiter gefordert. In manchen Jobs kann an den Zahlen abgelesen werden, wie gut sich ein Arbeitnehmer macht. In anderen ist das wiederrum schwieriger. An der Antwort des Personalers kann sich tendenziell auch die Unternehmenskultur ablesen lassen. Geht es nur um die stimmigen Zahlen? Oder darum, Ideen weiterzuentwickeln? Anhand der Antwort können Sie ihre eigenen Erwartungen abgleichen.

Wie geht es im Bewerbungsverfahren weiter?

Dies ist eine gute Frage, um das Gespräch oder Ihre eigenen Fragen zum Ende zu leiten. Sie signalisieren damit, dass Sie inhaltlich für sich alles geklärt haben und zeigen gleichzeitig, dass sie weiter wollen und sich schon einmal auf die nächste Runde einstellen wollen.

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