Die Chefs von morgen

Das Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis hat ein Trainee-Programm für Hochschulabsolventen entwickelt

Frankfurt a. M. - "Unsere Führungskräfte in der Produktion und in den produktionsnahen Bereichen müssen heute vielleicht nicht besser, aber breiter als früher qualifiziert sein", sagt Ute Herzog, Personalleiterin Industrial Affairs beim Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis. Denn Strukturen und Abläufe müssten in immer kürzerer Zeit überdacht werden. Daraus resultierten neue Anforderungen, für die Ingenieure und Naturwissenschaftler während ihres Studiums oft nicht ausreichend qualifiziert würden.

Deshalb startete das Unternehmen erstmals 2003 ein "Trainee-Programm für Betriebsassistenten in Produktion und Technik" - unterstützt vom Bildungsdienstleister Provadis.

In eineinhalb Jahren wurden Hochschulabsolventen für die Position des Betriebsassistenten ausgebildet. Das Projekt bewährte sich und für die nächste Runde ab März 2006 lagen schon mehr als 300 Bewerbungen vor.

60 Kandidaten - darunter neben Chemikern, Biotechnikern und Pharmazeuten auch Ingenieure, wurden zu aufwendigen Auswahlverfahren - Assessment-Centern - geladen. Daran beteiligt war auch Harald Müller. Der Diplom-Psychologe ist überzeugt, dass Führungskräfte in der Produktion "eine gehörige Portion Pragmatismus und Durchsetzungskraft" benötigen. Zudem müssten sie mit Chemikanten und promovierten Chemikern gleichermaßen gut kommunizieren können.

15 Männer und Frauen absolvieren derzeit das Trainee-Programm. Dieses beinhaltet auch ein vierwöchiges Praktikum im Technikum und in den Laboratorien von Provadis. Themen dort sind mechanische und thermische Verfahrenstechnik; außerdem Mess-, Steuer- und Regel- sowie Prozessleittechnik - nicht in der Theorie, sondern indem die Trainees zum Beispiel Stoffe trennten und chemische Produkte in Kleinmengen produzierten. Oder indem sie den Heiz- und Kühlprozess an einem Rührreaktor steuerten und Absperrarmaturen manuell bedienten. Denn Betriebsassistenten müssten "die verschiedenen Abläufe und Verfahren begreifen. Selbst wenn sie später nie mehr zum Beispiel ein Prozessleitsystem steuern", so Wolfgang Rein, der das Traineeprogramm betreut.

Mit dem Verlauf des Programms ist Herzog sehr zufrieden - auch weil sie aus den Bereiche nur positive Rückmeldungen erhält.

Text: Büro für Bildung & Kommunikation

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