Büro in der Fremde

Immer mehr Menschen arbeiten zeitweise im Ausland / Gute Vorbereitung ist das A und O

Frankfurt a. M. - Der Sprung ins kalte Wasser kann massive Probleme bringen, wenn es um das Arbeiten im Ausland geht. Von international agierenden Unternehmen in ein fremdes Land entsandt, bringen die so genannten Expatriates ihre Fachkompetenz ein und agieren, wie sie es in ihrer Heimat immer erfolgreich getan haben - und erleiden damit Schiffbruch. Anweisungen werden nicht oder falsch ausgeführt, die neuen Kollegen arbeiten kontraproduktiv oder zeigen sich missmutig; alles dauert eine Ewigkeit und auf Nichts und Niemanden scheint Verlass. Die eigene Handlungsfähigkeit ist stark eingeschränkt, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen und wenn es der Mitarbeiter nicht schafft, damit umzugehen.

Ein paar Tipps:

Franzosen kann man oft nicht ausschließlich mit Argumenten überzeugen, sondern muss sie "verführen", um mit ihnen ins Geschäft zu kommen. Will man mit Spaniern Verträge schließen, so hilft es, ausgiebig zu essen und Smalltalk zu betreiben, bevor geschäftliche Dinge angesprochen werden können. Was versteht der Brite gemeinhin unter einem Konzept? Für ihn handelt es sich dabei nur um eine grobe Idee. Darum ist es nicht verwunderlich, wenn nach dem Anfordern eines Konzepts nach zwei Wochen noch kein konkreter Plan vorliegt. Klare Aussagen oder ein deutliches Nein darf man von Asiaten nicht erwarten - was die Geschäftsanbahnung erheblich verzögern kann. Wenn man nicht der Elefant im Porzellanladen sein will, ist es notwendig, interkulturelle Kompetenz durch spezielle Seminare und Coachings zu erwerben. Das gleiche gilt für die Mitreisenden.

Große Belastung für die Familie

Denn der Umzug in ein fremdes Land stellt eine große Belastung dar. Von vielen Menschen wird er als zweitschlimmstes Ereignis gleich nach dem Tod einer nahe stehenden Person angesehen. Hinzu kommt, dass die mitausgereiste Familie bei der Ankunft im Zielland oft mit ihren Problemen auf sich alleine gestellt ist. Der Auslandseinsatz eines Mitarbeiters kann aber nur dann erfolgreich verlaufen, wenn sich auch die Familienmitglieder in der neuen Übergangsheimat wohl fühlen: Deshalb ist ein gut vorbereiteter Umzug das A und O.

Tipps für einen reibungslosen Umzug: Vertrauen Sie den Umzug einem international erfahrenen Speditionsunternehmen an, das über zuverlässige Partner im Zielland verfügt. Entscheiden Sie nicht nur nach dem Preis, sondern nach dem gebotenen Service und der Qualität der Beratung. Auch mit Informationen im Bestimmungsland kann der Spediteur weiterhelfen. Sprechen Sie die einzelnen Phasen eines Umzugs durch. Eine konsequente Planung spart Kosten, etwa für eine risikoreiche Zwischenlagerung für das Umzugsgut, wenn die Wohnung noch nicht bezugsfertig ist. Beziehen Sie ihre mitreisende Familie frühzeitig in den Prozess mit ein. Vor allem die Kinder müssen sich auf einschneidende Veränderungen einstellen: Sie verlieren ihre vertraute Umgebung, lassen Freunde und Verwandte zurück. Der Partner sollte sich frühzeitig um eine aktive Freizeitgestaltung kümmern können wie Sport in Vereinen oder die Mitgliedschaft in einem Expatriates-Club. Dort lassen sich schnell neue Kontakte knüpfen - geschäftlich wie privat.

FR-Karriere stellt von nun an in loser Reihenfolge einzelne Länder und ihre Tücken beim Umzug und im Umgang mit der Kultur vor. Lesen Sie nächste Woche mehr über Indien. Text: ims und Kultur-Advantage

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