Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Befristeter Arbeitsvertrag. Über befristete Arbeitsverträge kursieren zahlreiche Mythen.
+
Über befristete Arbeitsverträge kursieren zahlreiche Mythen.

Aufgepasst

Befristeter Arbeitsvertrag: Drei Mythen, die Sie kennen sollten

Über befristete Arbeitsverträge kursieren drei Gerüchte, die sich bei genauerem Hinsehen als falsch erweisen.

Über befristete Arbeitsverträge freuen sich vor allem Arbeitgeber. Mithilfe der Zeitverträge lassen sich neue Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum auf Herz und Nieren prüfen. Außerdem bleiben Unternehmen in Sachen Personal flexibel, wenn die Auftragslage einmal nicht mehr so rosig aussieht.

Für Arbeitnehmer bedeutet ein befristete Arbeitsvertrag dagegen vor allem eins: Unsicherheit für die Lebensplanung. Und als ob das noch nicht genug wäre, kursieren rund um die Befristung eine Menge Irrtümer, die wir ein für allemal aus dem Weg räumen möchten.

Irrtum 1: Befristete Arbeitsverträge dürfen maximal zwei Jahre dauern

Tatsächlich dürfen Arbeitgeber den Arbeitsvertrag auf maximal zwei Jahre befristen, solange kein sachlicher Grund vorliegt. So steht es im Teilzeit- und Befristungsgesetz (§14 Abs. 2 TzBfG). Dabei gibt es jedoch auch Ausnahmen, die viele Beschäftigte nicht kennen:

  • Sachlicher Grund liegt vor: Ein Arbeitsvertrag, der mit Sachgrund befristet wurde, darf länger als zwei Jahre laufen. Dies ist etwa bei einer Elternzeitvertretung oder Krankheitsvertretung der Fall, aber auch im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium (mehr Sachgründe werden in §14 Abs. 1 TzBfG genannt).
  • Neu gegründetes Unternehmen: In den ersten vier Jahren nach der Gründung dürfen Angestellte bis zu vier Jahre lang befristet beschäftigt werden (§ 14 Abs. 2a TzBfG).
  • Abweichende Höchstdauer im Tarifvertrag: Tarifpartner dürfen eine längere Befristung festlegen. Nach einem Gerichtsentscheid des Bundesarbeitsgerichts (BAG) von 2019 dürfen Tarifparteien eine sachgrundlose Befristung nur bis zu einer Höchstdauer von sechs Jahren und maximal neun Verlängerungen erlauben (Az.: 7 AZR 410/17).
  • Ältere Arbeitnehmer: Mitarbeiter ab 52 Jahren, die vor der Anstellung mindestens vier Monate lang arbeitslos waren, dürfen bis zu einer Höchstdauer von fünf Jahren befristet angestellt werden (§ 14 Abs. 3 TzBfG).

Mehr zum Thema: Darf mein Arbeitsvertrag ohne Grund befristet werden?

Irrtum 2: Wann ein befristeter Arbeitsvertrag verlängert wird, spielt keine Rolle

Falsch! Ein Vertrag kann nur verlängert werden, solange er läuft. Endet der Zeitvertrag etwa am 31. Januar und die Vertragsverlängerung wird erst am 1. Februar unterzeichnet, so gilt dies juristisch als Neueinstellung. Da zwei befristete Arbeitsverträge hintereinander ohne Sachgrund jedoch nicht erlaubt sind, wird der neue Vertrag nun unbefristet weitergeführt.

Auch interessant: Darf ich mit befristetem Arbeitsvertrag in Elternzeit gehen?

Im Video: Fünf Mythen zur Bewerbung

Irrtum 3: Für einen befristeten Arbeitsvertrag gilt die gesetzliche Kündigungsfrist

„Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist“, heißt es im Teilzeit- und Befristungsgesetz (§15, Abs. 3 TzBfG). Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer können also einen befristeten Arbeitsvertrag vor dessen Ende kündigen. Ausnahme: Im Arbeits- oder Tarifvertrag ist dies anders geregelt. Außerordentliche Kündigungen sind jedoch auch bei Befristungen möglich. (as)

Quelle: Teilzeit- und Befristungsgesetz, Impulse.de

Mehr zum Thema: Bewerbung: Lohnt es sich, einen befristeten Job anzunehmen?

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare