Aufbruch ins Ausland: Nie ohne Notfallgroschen auswandern

Auswanderer sollten vor ihrem Aufbruch ins Ausland genug Geld zurücklegen. Denn sie werden in der Ferne vielleicht krank, finden nicht sofort einen Job oder müssen sogar wieder die Heimreise antreten, sagte Uta Koch vom Generalsekretariat des Raphaels-Werks in Hamburg dem dpa-Themendienst. Am besten sei es, wenn Auswanderer ein finanzielles Polster einplanen, von dem sie in ihrem Wunschland gut ein halbes Jahr leben können.

Hamburg. Auswanderer sollten vor ihrem Aufbruch ins Ausland genug Geld zurücklegen. Denn sie werden in der Ferne vielleicht krank, finden nicht sofort einen Job oder müssen sogar wieder die Heimreise antreten, sagte Uta Koch vom Generalsekretariat des Raphaels-Werks in Hamburg dem dpa-Themendienst. Am besten sei es, wenn Auswanderer ein finanzielles Polster einplanen, von dem sie in ihrem Wunschland gut ein halbes Jahr leben können.

Die Gesundheitssysteme anderer Länder sind oft nicht mit dem deutschen System vergleichbar - und das gilt nicht nur für Brasilien oder die Philippinen. Auch innerhalb Europas gelten ganz unterschiedliche Regelungen der jeweiligen Krankenkassen, erklärte Koch. Da kann der dringend benötigte Zahnersatz schon in Österreich zum Problem werden. Auswanderer prüfen am besten vorher, wie sie sich von Deutschland aus krankenversichern lassen können und welche Leistungen sie im Ausland brauchen.

Geld für einen möglichen Rückflug sollte auf jeden Fall übrig bleiben, rät Koch. Denn nicht jeder Neustart in der Ferne gelingt: "Viele möchten bald zurück und sind dann völlig abgebrannt." Eine Rückkehr sollten Auswanderer nie ausschließen. Darum sei es wichtig, den Kontakt zu Bekannten und Familienangehörigen in Deutschland nicht ganz abreißen zu lassen.

Nützlich ist es auch, wenn ein Auswanderer das Land, in das er ziehen möchte, schon bereist hat - und zwar außerhalb der Touristen-Regionen und ruhig auch in der Schlechtwettersaison, sagte Koch. Aussteiger sollten die jeweilige Landessprache auch nicht erst lernen, wenn sie im Zielland angekommen sind. "Mehr als 'Guten Tag' und 'Auf Wiedersehen' sollte man dann schon beherrschen." Und für viele behördliche Aufgaben in Deutschland sind ausländische Sprachkenntnisse zusätzlich hilfreich.

Ein Aufbruch von heute auf morgen ist Koch zufolge unrealistisch. Auswanderer planen besser genug Zeit ein, um wichtige Fragen für ihr Land frühzeitig zu klären: Was passiert mit meiner Rente? Welche Berufschancen habe ich? Welche schulische und beruflichen Qualifikationen kann ich mir anrechnen lassen? Antworten geben unabhängige Beratungsstellen. Eine Übersicht finden Auswanderer im Internet auf der Seite des Bundesverwaltungsamts. (dpa/tmn)

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