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Wie Sie das Assessment-Center überleben

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Es ist der Alptraum vieler Jobanwärter: Im Assessment-Center müssen sich Teilnehmer gegen die harte Bewerber-Konkurrenz durchsetzen. Mit diesen Tipps vom Experten bestehen Sie den Stresstest.

Einzelgespräch war gestern: Viele Unternehmen setzen heute auf Assessment-Center, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Mehrere Bewerber müssen sich dabei gleichzeitig vor den Augen der Personaler präsentieren. Entscheidend sind vor allem die Persönlichkeit eines Kandidaten und seine sozialen Kompetenzen, sogenannte Soft Skills. Passt er ins Unternehmen? Kann er gut im Team arbeiten? Trifft er kompetente Entscheidungen? „Die intensive Vorbereitung auf dies spezielle Bewerbungsverfahren ist sehr wichtig“, weiß Jürgen Hesse, Psychologe, Buchautor und Bewerbungs-Coach. Denn durch die Konkurrenz der Mitbewerber wird die Situation zusätzlich aufgeheizt.

In einem Assessment-Center erwarten die Kandidaten meist mehrere Stufen. Häufig gibt es eine Vorstellungsrunde, eine Gruppendiskussion, Rollenspiele, kurze Vorträge sowie ein Einzelinterview. Zwischen zwei Stunden und mehrere Tage kann solch ein Auswahlverfahren dauern.

In der Vorstellungsrunde sollten die Kandidaten möglichst authentisch auftreten und kurz die wichtigsten drei Stationen ihres Lebens aufzählen. Schon zuhause kann man sich auf diese Prüfung vorbereiten. Um nicht ins Stottern zu geraten hilft es, mit Freunden zu üben. Praktisch für die Vorbereitung sind auch Ratgeber, die speziell auf Assessment-Center eingehen.

Besonders die Gruppendiskussionen machen vielen Bewerbern Sorge. Vordergründig geht es dabei meist um die Lösung eines konkreten Problems im Team. Doch tatsächlich wird die Interaktion mit anderen Menschen unter die Lupe genommen. „Weder mit Logorrhoe noch als stummer Fisch setzen Sie sich hier durch“, warnt Hesse. Wichtig sei hingegen: Andere zu Wort kommen lassen, Aufgaben verteilen und möglichst versuchen, das Gespräch zu moderieren.

Standpunkt deutlich machen

Bei Vorträgen gibt es häufig nur eine kurze Vorbereitungszeit - ein Stresstest für viele Bewerber. Sie sollen zeigen, dass sie auch unter Zeitdruck flüssig argumentieren und vortragen können. Zettel mit Stichworten und eine klare Gliederung der Präsentation können helfen, ebenso Flip Charts oder Overhead-Folien. „Üben Sie vorher zuhause, etwa mit einem Tonbandgerät. Bekommen Sie Ihre 'Ähs' in den Griff“, empfiehlt der Bewerbungs-Coach. Eine gute Allgemeinbildung ist in vielen Fällen nützlich, etwa wenn es um einen spontanen Vortrag zum Thema Euro geht.

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Ist der Bewerber ein guter Verkäufer, wie verhält er sich Kunden oder Vorgesetzten gegenüber? Solche Qualitäten werden oft im Rollenspiel getestet. Dabei müssen die Kandidaten bestimmte Schwierigkeiten überwinden. „Versuchen Sie mal, einem Eskimo einen Kühlschrank zu verkaufen“, beschreibt Hesse ein mögliches Szenario. Wichtig: Den eigenen Standpunkt deutlich machen, auf den Gesprächspartner eingehen, von (gespielten) aggressiven Reaktionen nicht aus der Ruhe bringen lassen!

Die Rolle muss passen

Im persönlichen Interview gehen Personaler meist auf offene Fragen ein. Kandidaten können hier den guten Eindruck aus den vorherigen Runden verstärken. Dabei sollte man sich seiner eigenen Rolle vergewissern: „Bin ich ein Häuptling mit Führungsverantwortung oder halte ich mich zurück und hüte das Lagerfeuer? Werde ich im Außendienst oder als Assistent eingesetzt? Wie lauten die genauen Anforderungen für die Stelle?“, so Hesse. Die Rolle, die man einnimmt, sollte möglichst zu einem passen.

Bei allen Typen des Assessment-Centers spielt die Körpersprache eine große Rolle. Grundregeln: Hände aus dem Gesicht nehmen, nicht an der Brille fummeln oder auf den Nägeln kauen. „Unterstützen Sie Ihre Argumentation mit Gesten, aber seien Sie nicht zu hektisch dabei“, rät Hesse.

Bis zum Ende des Auswahlverfahrens sollten die Teilnehmer vorsichtig sein. Auf keinen Fall darf man zu früh entspannen, warnen Bewerbungs-Experten. Denn selbst wenn das Ende des Auswahlverfahrens angekündigt wird, kann noch eine abschließende Stellungnahme gefordert werden. Auch diese ist Teil des Spiels.

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