Arbeitsplätze von Leiharbeitern sind "freie Stellen"

Sind in einem Unternehmen Arbeitsplätze längerfristig mit Leiharbeitnehmern besetzt, gelten diese Arbeitsplätze als freie Stellen. Bevor einem Festangestellten betriebsbedingt gekündigt wird, muss ihm ein solcher Arbeitsplatz angeboten werden.

Hamm/Berlin (dpa/tmn) - Sind in einem Unternehmen Arbeitsplätze längerfristig mit Leiharbeitnehmern besetzt, gelten diese Arbeitsplätze als freie Stellen. Bevor einem Festangestellten betriebsbedingt gekündigt wird, muss ihm ein solcher Arbeitsplatz angeboten werden.

Entsprechend urteilte das Landesarbeitsgericht Hamm (Az.: 4 Sa 1892/06), wie die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin mitteilt. Der Kläger arbeitete zunächst als Lagerist und Transportmitarbeiter bei einer Firma, dann als Qualitätsprüfer. Als das Unternehmen entschied, keine Qualitätsprüfer mehr zu beschäftigen, kündigte es dem Mitarbeiter. Dieser zog vor Gericht und wies darauf hin, dass im Betrieb in den Fertigungsbereichen und den entsprechenden Lagerhallen mehr Leiharbeitnehmer als Festangestellte tätig seien.

Die Leiharbeitnehmer würden überwiegend längerfristig beschäftigt, unter anderem an Maschinen und als Staplerfahrer. In zweiter Instanz gaben die Richter dem Mann Recht. Der Arbeitgeber sei verpflichtet, zunächst im Betrieb eingesetzte Leiharbeitnehmer nicht mehr abzurufen, ehe er Mitarbeitern aus der Stammbelegschaft betriebsbedingt kündigen darf. (dpa/tmn)

Informationen: Deutsche Anwaltauskunft, Telefon: 01805/18 18 05 (für 14 Cent pro Minute)

Informationen der Deutschen Anwaltauskunft: www.anwaltauskunft.de

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