Arbeitslose lösen Vermittlungsgutscheine selten ein

Arbeitslose lösen Vermittlungsgutscheine auf der Jobsuche nur selten ein. So ist zwischen 2004 und 2007 nicht einmal ...

Nürnberg. Arbeitslose lösen Vermittlungsgutscheine auf der Jobsuche nur selten ein. So ist zwischen 2004 und 2007 nicht einmal jeder zehnte Gutschein eingelöst worden, mit dem Arbeitslose einen privaten Arbeitsvermittler ihrer Wahl in Anspruch nehmen können.

Demnach wurden 2007 rund 783 000 solcher Gutscheine ausgegeben - davon wurden aber nur knapp neun Prozent eingelöst. Im Jahr 2004 lag die Quote mit rund sieben Prozent sogar noch niedriger. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ermittelt.

Ein möglicher Grund für die geringe Nutzung sei mangelnde Initiative seitens der Arbeitslosen, schreiben die Arbeitsmarktforscher Sarah Bernhard und Thomas Kruppe in dem IAB-Bericht. Ein Einlösen der Gutscheine könne aber auch daran scheitern, dass Arbeitslose mit der Auswahl einer privaten Arbeitsvermittlung überfordert sind.

Zudem gibt es einige Hürden beim Einlösen derartiger Gutscheine: Dazu gehöre die mangelnde Transparenz des Vermittlermarktes. Außerdem sind private Arbeitsvermittler nicht verpflichtet, jeden Gutscheininhaber anzunehmen. Das kann den Forscher zufolge dazu führen, dass die Vermittler "Rosinen picken", also nur Arbeitslose mit recht guten Jobchancen betreuen. Denn so ist der Aufwand für die Vermittler geringer.

Auch bekommt nicht jeder Arbeitslose einen Vermittlungsgutschein: Empfänger von Arbeitslosengeld I können ihn derzeit nach zwei Monaten Arbeitslosigkeit beanspruchen, ab 2011 schon nach sechs Wochen. Hartz-IV-Empfänger haben keinen Anspruch darauf, können ihn aber als Ermessensleistung erhalten. (dpa/tmn)

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