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Altersteilzeit: Schrittweise in Rente - schon ab 55 Jahren ist es möglich

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Von: Andrea Stettner

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Schon vor der Rente mehr Freiheit genießen – Altersteilzeit macht‘s möglich.
Schon vor der Rente mehr Freiheit genießen – Altersteilzeit macht‘s möglich. © Ute Grabowsky/imago-images

Altersteilzeit erleichtert den Übergang in den Ruhestand und ermöglicht schon vor der Altersrente mehr Freiheit. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie hier.

Wer jahrzehntelang hart gearbeitet hat, freut sich natürlich auf die Rente. Umso besser, wenn man sich früher als geplant aus dem Job verabschieden kann – oder Schritt für Schritt. Altersteilzeit macht‘s möglich!

Was ist die Altersteilzeit – und für wen kommt sie in Frage?

Altersteilzeit ist eine Teilzeitbeschäftigung, die einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglicht. Dabei wird die bisherige wöchentliche Arbeitszeit um die Hälfte reduziert. Die Altersteilzeit dauert mindestens drei Jahre und muss mit dem Beginn der Rente enden.

Möglich ist die Altersteilzeit bereits ab dem 55. Lebensjahr. Voraussetzung: Sie waren in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ob in Voll- oder Teilzeitspielt dabei keine Rolle. Zeiten mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I und II werden dabei mitberücksichtigt.

Arbeitnehmer haben jedoch keinen rechtlichen Anspruch auf Altersteilzeit. Beschäftigte müssen sich also mit ihrem Arbeitgeber einigen. Regelungen zur Altersteilzeit finden sich häufig in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen legt das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) fest.

Auch interessant: Rente: Rentenbeitrag, Rentenalter, Entgeltpunkte - Das müssen Sie über die gesetzliche Rente wissen.

Welche Modelle sind bei der Altersteilzeit möglich?

In Altersteilzeit wird die bisherige wöchentliche Arbeitszeit halbiert. Wie Sie Ihre verbleibende Arbeitszeit aufteilen – dafür stehen Ihnen drei Modelle offen:

Altersteilzeit-ModellWie teilt sich die Arbeitszeit auf?
BlockmodellAufteilung der Altersteilzeit in Arbeitsphase (in der regulär weitergearbeitet wird) und Freistellungsphase (in der Arbeitnehmer gar nicht mehr arbeiten).
GleichverteilungsmodellDie Arbeitszeit wird über den gesamten Zeitraum um die Hälfte reduziert, etwa als halbe Arbeitstage oder weniger Arbeitstage pro Woche.
Anderes ModellIndividuelle Aufteilung, zum Beispiel eine stufenweise Reduzierung der Arbeitszeit oder der Arbeitstage.

Viele Arbeitnehmer sehen gerade das Blockmodell als Möglichkeit, „früher“ in den Ruhestand zu starten, da nach der Hälfte der geleisteten Zeit die Phase der Freistellung beginnt – und das bei gleichbleibendem Altersteilzeit-Gehalt (siehe unten). Beim Gleichverteilungsmodell ist der Übergang in die ruhige Rentenphase sanfter, was ebenfalls viele Arbeitnehmer schätzen.

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Wie berechnet sich das Gehalt bei der Altersteilzeit?

Bei der Altersteilzeit wird sowohl die Arbeitszeit, als auch das Gehalt halbiert. Zusätzlich legt der Arbeitgeber jedoch noch 20 Prozent des reduzierten Gehalts oben drauf. Das ist der große Vorteil gegenüber einer regulären Teilzeitbeschäftigung. Der Aufstockungsbetrag kann dabei auch höher sein, wenn dies etwa durch einen Tarifvertrag geregelt ist. Er ist steuer- und sozialabgabenfrei, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt. Hinzu kommen Rentenversicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber (siehe unten). Was Sie jedoch bedenken sollten: Sonderzahlungen des Arbeitgebers, wie Weihnachtsgeld, können in der Altersteilzeit entfallen.

Wie wirkt sich Altersteilzeit auf die Rente aus?

Durch das reduzierte Gehalt zahlen Sie auch weniger in die Rentenkasse ein – und erhalten dementsprechend weniger Rente. Die Einbußen sind jedoch überschaubar, da Arbeitgeber in der Altersteilzeit verpflichtet sind, mindestens 80 Prozent der bisherigen Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers zu übernehmen.

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Wie beantrage ich Altersteilzeit beim Arbeitgeber?

Für wen nach Abwägung aller Vor- und Nachteile eine Altersteilzeit in Frage kommt, der sollte sich zunächst in der Personalabteilung oder beim Betriebs- bzw. Personalrat informieren, ob Alters­reil­zeit im Betrieb möglich ist. „Dies ist dann der Fall, wenn ein entsprechender Tarif­vertrag oder eine Betriebs­ver­einbarung für Ihren Betrieb gilt“, weiß Stiftung Warentest. „Gibt es weder eine tarif­vertragliche noch eine betriebliche Alters­teil­zeit­regelung, können Sie eine individuelle Vereinbarung mit Ihrem Chef schließen“, so die Experten. 

Die Alters­teil­zeit beantragen Sie mit einem formlosen Schreiben bei Ihrem Arbeitgeber. Darin sollten Sie nennen:

Häufig haben Unternehmen dafür auch entsprechende Vordrucke. Übrigens: so klappt es mit der Frührente – ohne Abschlag. (as)

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Quelle: bmas.de, Stiftung Warentest

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