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30-Stunden-Woche, kein Chef: Klempner aus Nürnberg gründen Kollektiv

Keine Hierarchien, Teammeetings und eine 4-Tage-Woche: Drei junge Klempner aus Nürnberg durchbrechen die alten Strukturen der Handwerks-Betriebe. Mit Erfolg.

Als Jakob Schröder (26) nach sieben Jahren den Klempner-Betrieb seines alten Chefs übernehmen sollte, verspürte er ein gewisses Unbehagen: Den Kollegen sagen, was sie tun sollen? Immer für alles verantwortlich sein? „Mir wurde klar: Ich will diese Rolle nicht“, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) über den jungen Klempnermeister. Stattdessen wollte er, dass alle „fair und gleichberechtigt“ zusammenarbeiten. Und das funktionierte seiner Meinung nach am besten im Kollektiv.

Im vergangenen September war es soweit: Jakob Schröder gründete gemeinsam mit seinen Kollegen Nico Schreiber und Philipp Köchel einen Kollektivbetrieb für Sanitär und Heizung im Nürnberger Stadtteil Gostenhof. Alle drei übernehmen in der die Plewa Installationen GmbH die Verantwortung, sind gleichberechtigte Geschäftsführer. Die einzige Angestellte im Team ist die Sekretärin, die sie vom Home-Office in Kiel unterstützt.

Mit Hierarchieebenen hatten gerade Schröder und Köchel negative Erfahrungen gemacht und wollten genau darauf verzichten. Köchel etwa störte die „Stressmacher“- und „Watschen-Kultur“, die im Handwerk immer noch lebendig seien. Ein ehemaliger Chef habe ihm immer einen Lappen ins Gesicht geworfen, wenn ihm etwas nicht passte, berichtete er laut der SZ.

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Klempner-Kollektiv: Keine Chefs, 30-Stunden-Woche und soziales Engagement

Aber auch ansonsten läuft beim Klempner-Betrieb Plewa, das sich nach einem Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus benannt hatte, einiges anders als bei klassischen Handwerks-Betrieben. Mitarbeiter betreuen hier ein Projekt von Anfangs bis Ende. Vorteil für die Kunden: Sie haben nur einen Ansprechpartner. Für die Mitarbeiter sei diese Arbeitsweise außerdem motivierender, als nur einen Auftrag vom Chef abzuarbeiten, berichtet Köchl im Gespräch mit der SZ. In wöchentlichen Teamsitzungen, bei denen die drei Installateure zusammenkommen, wird dann über laufende Aufträge, Probleme oder auch neue Anschaffungen gesprochen.

Statt einer vollen 5-Tage-Woche arbeitet hier jeder Geschäftsführer einen Tag weniger, 30 Wochenstunden insgesamt. Und auch beim Gehalt wird jedem das selbe ausgezahlt: 2.000 Euro brutto. Zusätzliches Plus: Wer Nachwuchs bekommt, dem winkt ein betriebliches Kindergeld von 150 Euro extra im Monat.

Aber auch der soziale Aspekt kommt beim Nürnberger Klempner-Kollektiv nicht zu kurz: Einmal im Jahr, so haben es die drei Geschätsführer vertraglich festgelegt, soll jeder seine Arbeitskraft einem solidarischen Projekt zur Verfügung stellen, und zwar kostenlos.

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Der Erfolg kann sich sehen lassen

Viele Freunde und Kollegen dürften bei diesem ungewöhnlichen Geschäftsmodell skeptisch gewesen sein. Doch der Erfolg gibt den jungen Klempnern recht: Die Kunden sind laut eigenen Angaben mehr als zufrieden – sie schätzen das Klempnerkollektiv dafür, dass sie Aufträge schnell und zuverlässig erledigen. So schloss das Klempnerkollektiv das erste Geschäftsjahr bereits mit einem Plus ab. Der Betrieb war allerdings auch ohne Schulden gestartet – Schröder, Schreiber und Köchel hatten ihn für einen symbolischen Euro von ihrem Vorgänger übernommen.

Auch andere Unternehmen haben mit ungewöhnlichen Arbeitsmodellen bereits für Furore gesorgt. So führte 2017 eine deutsche IT-Firma die 25-Stunden-Woche ein – mit durchschlagendem Erfolg. (as)

(as)

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