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Wieso Dauersitzen gefährlich ist

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Marathon-Sitzen im Büro: Laut einer aktuellen Krankenkassen-Studie ist Dauersitzen ein unterschätztes Gesundheitsrisiko.
Marathon-Sitzen im Büro: Laut einer aktuellen Krankenkassen-Studie ist Dauersitzen ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. © dpa

Wir sitzen im Auto auf dem Weg zur Arbeit, im Büro und abends wieder auf der Couch: Dauersitzen gehört zu den unterschätzten Gesundheitsgefahren, wie eine neue Studie zeigt. Auch Sport kann die Risiken nicht vollständig kompensieren.

Am Schreibtisch, beim Online-Shoppen und vor allem vor dem Fernseher: Die Deutschen verbringen nach Einschätzung von Experten zu viel Zeit im Sitzen - im Mittel mehr als sieben Stunden an Werktagen. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung (DKV) hervor. „Das dauerhafte Sitzen hat weitreichende Folgen für den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel und macht die Menschen krank“, sagte DKV-Vorstand Clemens Muth. Er nannte die Deutschen „ein Volk der Sitzenbleiber“.

Erhöhtes Gesundheitsrisiko ab acht Stunden Sitzen pro Tag

Zudem bewegt sich laut der Studie nur die Hälfte der Menschen ausreichend. Dauersitzen gilt neben Bewegungsmangel als eigenständiges Gesundheitsrisiko: Es lasse sich nicht vollständig durch Sport kompensieren, sagte Professor Gerhard Huber vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Worten steigt das Gesundheitsrisiko ab acht Stunden Sitzen pro Tag deutlich an.

Sport kann Gefahren des Dauersitzens nicht ausgleichen

Wissenschaftler der Universität Toronto kamen in einer kürzlich im Fachjournal ?Annals of Internal Medicine? veröffentlichten Studie zu einem ähnlichen Ergebnis: Demnach fördert langes Sitzen Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen - und zwar unabhängig davon, wie viel Sport man zusätzlich treibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene pro Woche mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Arbeit.

Mehr als 3000 Teilnehmer

Die private Kasse hatte 2014 mehr als 3000 Deutsche zu ihrem Gesundheitsverhalten befragen lassen. Dabei wurde auch gezielt analysiert, wie lange, an welchen Orten und aus welchen Gründen Teilnehmer sitzen. Untersucht wurden die Teilnehmer nicht. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge repräsentativ. Zusätzlich wurden rund 300 Eltern zur Mediennutzung und dem Verhalten ihrer 6- bis 12-jährigen Kinder befragt.

Kinder nehmen sich ein Beispiel an uns „Sitzenbleibern“

Stillsitzen und Bewegungsmangel sind der Studie zufolge bereits bei den Jüngsten an der Tagesordnung: Nur bei einem Viertel der Kinder bleibt die tägliche Zeit vor dem Bildschirm unter der empfohlenen Dauer von einer Stunde. Einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hatten in der Umfrage mehr als 70 Prozent von ihnen, die Hälfte verfügt über einen Internetzugang. Sie kopierten den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern, sagte Muth.

Insgesamt schneidet bei dem Report nur ein kleiner Teil der Deutschen wirklich gut ab: Bei Ernährung, Bewegung, Umgang mit Stress, Alkohol und Rauchen konnten nur elf Prozent der Befragten die Kriterien der DKV erfüllen. Im Bundesvergleich verhalten sich die Berliner den Angaben zufolge am wenigsten gesundheitsbewusst: Sie sitzen am längsten, zudem rauchen und trinken sie relativ viel. Am gesündesten lebten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. (dpa/rer)

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