Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Sexismus-Debatte um Gesundheit

WHO empört mit Forderung: Kein Alkohol für „gebärfähige Frauen“

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
    schließen

Aufregung wegen Planungen der Weltgesundheitsorganisation: Die WHO fordert einen Alkoholverzicht für Frauen, die sich im gebärfähigen Alter befinden.

Frankfurt/Genf – Frauen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren sollen auf Alkohol verzichten. Diese Forderung geht aus einem aktuellen Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Im Entwurf des Plans, welcher bis zum Jahr 2030 gelten soll, heißt es unter anderem: „Angemessene Aufmerksamkeit sollte der Verhinderung des Beginns des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen sowie der Verhinderung des Alkoholkonsums bei schwangeren Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter gewidmet werden.“

Mit dem „gebärfähigen Alter“ beziehen sich die Fachleute somit auf eine Altersspanne von 35 Jahren. Eine lange Zeit des Verzichts, der Empfehlung zufolge – völlig unabhängig davon, ob ein Kinderwunsch besteht oder nicht.

WHO fordert Alkoholverzicht für Frauen in gebärfähigem Alter

Die WHO nimmt ihren Auftrag als mahnende Instanz sehr ernst. Seit Jahren veröffentlicht die Organisation Einschätzungen zum Alkoholkonsum. Auch in diesem Fall ist die Absicht eindeutig: Die WHO schätzt Alkohol als ein Zellgift ein, welches dem menschlichen Organismus schadet. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr rund drei Millionen Menschen an den Folgen des Rauschmittelkonsums.

Neben den Warnungen vor Folgeerscheinungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schäden am Nervensystem, heißt es immer wieder, dass insbesondere für schwangere Frauen Alkohol absolutes Tabu sein sollte. Nicht nur die Mutter, sondern auch das ungeborene Kind nehme bei einem Konsum teils massiven Schaden, so die WHO. Damit bildet die Organisation den Kanon der Medizin ab. Die neueste Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation bezieht nun alle Frauen ein, die ein Kind bekommen können – auch diejenigen, die keine Geburt in Aussicht haben. Daran wird massive Kritik laut.

Die WHO fordert, dass „gebärfähige“ Frauen auf Alkohol verzichten. 

„Es ist äußerst beunruhigend zu sehen, wie die Weltgesundheitsorganisation die hart erkämpften Rechte der Frauen aufs Spiel setzt, indem sie versucht, ihre Körper und Entscheidungen auf diese Weise zu kontrollieren“, erklärt beispielsweise Clare Murphy. Sie ist Geschäftsführerin des British Pregnancy Advisory Service, eine Wohltätigkeitsorganisation aus Großbritannien, die sich zum Ziel gesetzt hat, ungewollte Schwangerschaften einzudämmen. Auch Christopher Snowden vom Institute of Economic Affairs sieht die WHO-Empfehlung sehr kritisch. Der Entwurf sei „unwissenschaftlich, herablassend und absurd“, so Snowden in der britischen Zeitung The Telegraph. Zudem handle es sich um „eine klassische Idiotie“, führte er aus.

Zur diesen Kritiken hat sich die WHO bislang nicht geäußert. (tu)

Rubriklistenbild: © Xavier Lorenzo/Imago Images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare