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WHO schlägt Alarm: Mehrheit der Menschen in Europa zu dick

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Von: Fee Halberstadt

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Die WHO berichtet auf einer Presseveranstaltung von steigender Fettleibigkeit in Europa. Adipositas kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Kopenhagen – Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) haben in Europa nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation WHO „epidemische Ausmaße“ erreicht. Jeder sechste Erwachsene und fast jedes dritte Kind sei zu dick. So heißt es in einem am Dienstag (03. Mai) in Kopenhagen, während einer Presseveranstaltung, vorgestellten Bericht. Demnach ist Übergewichtigkeit verantwortlich für mehr als 1,3 Millionen Sterbefälle jährlich.

Adipositas ist, laut WHO, eine komplexe Krankheit, die das Risiko für viele Krankheiten erhöht. Hierbei ist nicht nur die Rede von nichtübertragbaren Krankheiten, wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen. Die Krankheit gilt auch bei mindestens 13 verschiedenen Krebsarten als ein Risikofaktor. In manchen Ländern werde Fettleibigkeit das Rauchen als Hauptfaktor für Krebserkrankungen ablösen, berichtet die Weltgesundheitsorganisation.

Fettleibigkeit in Europa mit „epidemischen Ausmaßen“: WHO schlägt Alarm

Der Leiter des WHO-Büros zur Verhütung nicht ansteckender Krankheiten, Kremlin Wickramasinghe, verlangte einen mehrgleisigen Ansatz. Der Bericht ruft auch Unternehmen, Medien und Religionsführer in die Verantwortung. Die Konzepte umfassen, das Marketing für ungesunde Lebensmittel für Kinder zu beschränken, zuckerhaltige Getränke zu besteuern und die Gesundheitsversorgung anzupassen. Genauer werden mögliche Maßnahmen auf der Webseite der WHO beschrieben:

Adipositas: Immer mehr Menschen in Europa sind zu dick

Zu dem Anstieg der Adipositasrate hat auch die Corona-Pandemie beigetragen. Wie die WHO schreibt, kam es „während der Pandemie [...] zu nachteiligen Veränderungen bei Ernährungs- und Bewegungsmustern, die sich in den kommenden Jahren auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken und beträchtliche Anstrengungen erforderlich machen werden, um diese umzukehren.“

Übergewicht
Für die WHO Europa gelten Menschen ab einem Body Mass Index von 25 als übergewichtig, ab 30 sprechen die Experten von Fettleibigkeit. © Lino Mirgeler/dpa

Die höchsten Raten von Übergewicht und Adipositas finden sich im Mittelmeerraum und in osteuropäischen Ländern. In niedrigen Bildungsschichten ist Fettleibigkeit häufiger als in Haushalten mit höheren Bildungsabschlüssen. An der Spitze der Länder mit verbreitetem Übergewicht steht die Türkei mit knapp 67 Prozent übergewichtiger Personen, gefolgt von Malta, Israel und Großbritannien. Das Ende der Tabelle belegen Tadschikistan mit 45 Prozent sowie Usbekistan und Kirgistan mit je 48 Prozent. Deutschland rangiert mit knapp 57 Prozent im unteren Mittelfeld. (fh)

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