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Herzschwäche

Warum so viele Menschen an Herzschwäche leiden

Herzschwäche zählt hierzulande zusammen mit anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Todesursache Nummer eins.

Das Tückische: Sie entwickelt sich schleichend. Wie sich eine Herzschwäche erkennen lässt und warum die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz laut aktuellem Herzbericht gestiegen ist, erläutern wir hier.

Neuartige Therapien begünstigen Herzschwäche

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzinsuffizienz, wie der Fachbegriff für Herzschwäche lautet. Die Zahl der Patienten, die deswegen im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist laut aktuellem Herzbericht 2018 sogar gestiegen.

Dr. Christian Blau, Kardiologe an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, nennt drei Gründe für die steigenden Zahlen. „Da ist zum einen die deutlich bessere Versorgung bei der Behandlung von akuten Herzinfarkten“, erklärt der Herzspezialist. Im Vergleich zu früher überlebten viel mehr Menschen einen Herzinfarkt. „Allerdings behalten sie eine Narbe im Bereich des Herzmuskels zurück“, fährt Dr. Blau fort. Das führe zu einer reduzierten Pumpfunktion und damit zu einer Herzschwäche.

„Zum anderen werden die Menschen immer älter und überleben aufgrund neuartiger Therapien auch einst schwer zu behandelnde Erkrankungen.“ In der Folge, so der Kardiologe, könne es zu einer Herzmuskelentzündung kommen, die wiederum häufig zu einer Herzschwäche führe.

Schließlich hinge die hohe Zahl der Krankheitsfälle auch mit besseren Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen zusammen. „Durch moderne Chemotherapie haben Betroffene immer größere Überlebenschancen,“ sagt Dr. Blau. „Doch eine der Hauptnebenwirkungen vieler Chemotherapeutika ist eine Schädigung des Herzens.“

Typische Symptome einer Herzschwäche

Ein weiteres Problem: Herzschwäche entwickelt sich schleichend und wird häufig erst zu spät diagnostiziert. Betroffene bringen die Symptome nicht mit einer Herzschwäche in Verbindung und halten sie für typische Alterserscheinungen.

„Viele Menschen bemerken zunächst eine zunehmende Abgeschlagenheit und leichte Müdigkeit“, so der Experte. „Das sichtbare Zeichen für eine Herzschwäche sind Unterschenkelödeme, also geschwollene Beine.“ Außerdem komme es zu einer ungewollten und schnellen Gewichtszunahme. Derlei Anzeichen seien Grund für einen Arztbesuch. „Bei zunehmendem Schweregrad sind die Patienten kaum noch in der Lage, sich körperlich zu belasten, haben zunehmende Luftnot und können schließlich nur noch im Sitzen schlafen.“

Herzinsuffizienz erfolgreich behandeln

Hat ein Kardiologe die Herzinsuffizienz mithilfe eines Herz-Ultraschalls diagnostiziert, ist eine Therapie unerlässlich. Medikamente sollen dann das Herz entlasten. „Dabei kommen Blutdrucksenker, entwässernde Medikamente und Betablocker zum Einsatz,“ beschreibt Dr. Blau eine typische medikamentöse Therapie von Herzschwäche. Neu ist die Wirkstoffkombination Sacubitril-Valsartan, die verschrieben werden kann, wenn ACE-Hemmer nicht mehr ausreichend helfen. Sie senkt laut Studien die Zahl der Klinikaufenthalte um 21 Prozent, die Sterblichkeitsrate um 20 Prozent.

Damit die Therapie anschlägt, rät Dr. Blau den Patienten, die vom Arzt verschriebenen Medikamente regelmäßig und konsequent einzunehmen. „Außerdem kann eine Verbesserung der Ausdauer durch leichte und gegebenenfalls überwachte körperliche Betätigung die Symptome drastisch lindern.“ Der Kardiologe empfiehlt in diesem Zusammenhang Herzsportgruppen, die es im gesamten Bundesgebiet gibt.

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