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Vortäuschung

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Bei den "Vorsorge"-Untersuchungen handelt es sich in Wirklichkeit um Früherkennungs-Untersuchungen. So täuscht der Begriff "Krebsvorsorge" eine falsche Sicherheit vor. Von Dr. med. Bernd Hontschik

Heutzutage sollen alle Versicherten regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen.

Es handelt sich dabei aber gar nicht um Vorsorge, sondern um Früherkennung. Die Medizin hat zur Vorsorge gegen Krebserkrankungen nichts zu bieten - außer gut gemeinten Appellen. Hören Sie auf mit dem Rauchen! Das wäre Lungenkrebs-Vorsorge. Setzen Sie sich nicht ungeschützt der prallen Sonne aus! Das wäre Hautkrebs-Vorsorge.

Aber bei den "Vorsorge"-Untersuchungen, zu denen wir immer wieder aufgefordert werden, handelt es sich in Wirklichkeit um Früherkennungs-Untersuchungen. Die Hoffnung dabei ist, dass eine Krebserkrankung umso erfolgreicher bekämpft werden kann, je früher sie vom Arzt erkannt wird.

Mit Vorsorge versucht man, noch nicht eingetretene Katastrophen zu verhindern. Mit Früherkennung versucht man, schon eingetretene Katastrophen so früh wie möglich zu erkennen und einzugrenzen. Anders gesagt: Das Gegenteil von Vorsorge ist Leichtsinn oder Gedankenlosigkeit. Das Gegenteil von Früherkennung ist Verleugnung oder Zuspätkommen.

Der Begriff "Krebsvorsorge" täuscht eine falsche Sicherheit vor. Krebsvorsorge gibt es leider nicht, jedenfalls nicht beim Arzt. Schade.

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