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Wieder gesund und trotzdem impfen lassen?

„Genauso gut geschützt“ durch nur eine Impfstoffdosis: Virologin erklärt, was Covid-Genesene beachten sollten

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Das Robert Koch-Institut empfiehlt auch wieder gesunden Corona-Patienten eine Impfung. Virologin Ciesek erklärt, warum eine Dosis reicht.

„Personen, die eine PCR-gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollten in der Regel sechs Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung eine COVID-19-Impfstoffdosis erhalten“, heißt es vonseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung. Gründe für diese Empfehlung sind die mindestens sechs bis acht Monate andauernde Schutzwirkung durch die Infektion* sowie der bestehende Impfstoffmangel, heißt es weiter.

Doch was, wenn meine Corona-Infektion schon länger als ein halbes Jahr zurückliegt? In dem Fall reicht eine Impfstoffdosis zur vollständigen Grundimmunisierung aus, heißt es vonseiten des RKI. „Eine Dosis ist ausreichend, da sich dadurch bereits hohe Antikörperkonzentrationen erzielen lassen, die durch eine 2. Impfstoffdosis nicht weiter gesteigert werden. Ob und wann zu einem späteren Zeitpunkt eine 2. COVID-19-Impfung notwendig ist, lässt sich gegenwärtig nicht sagen“, so die Begründung.

Patienten warten im Corona-Impfzentrum Messe Berlin auf die Impfung mit dem Biontech-Pfizer Impfstoff. Für bereits Genesene gelten andere Impf-Empfehlungen als für Menschen, die noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten.

Wieder gesunde Corona-Patienten reagieren oft stärker auf Impfung

Auch Virologin Sandra Ciesek betonte im NRD-Podcast „Coronavirus-Update“, dass bei Covid-19-Genesenen eine Impfung ausreiche. „Laut einer Studie sind sie nach einer Spritze mindestens genauso gut geschützt wie zweimal Geimpfte ohne vorherige Infektion“, so Ciesek. Auffällig bei bereits genesenen Corona-Patienten sei, dass sie eher stärker auf die Impfung reagieren als Menschen, die noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten. Dies sei Ciesek zufolge nicht verwunderlich: „Das Immunsystem ist lernfähig. Und bei den Genesenen hatte der Körper ja schon einmal Kontakt mit dem Erreger“, erklärt sie. Nach einer Impfung werde das Immunsystem bei diesen Menschen dann viel schneller und stärker aktiviert. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Impfung trotz überstandener Corona-Infektion? Vor allem eine Altersgruppe würde profitieren.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder

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