Kalzium-Überdosis: Gefahr für Herz und Nieren durch Nahrungsergänzungsmittel
Unser Körper braucht Kalzium. Doch überdosiert kann der Mineralstoff zu gesundheitlichen Problemen führen, statt sie zu beheben.
Kalzium nimmt in Bezug auf die Menge den Spitzenplatz unter den Mineralstoffen ein, die der menschliche Körper braucht. Es ist nicht nur für die Festigkeit von Knochen und Zähnen verantwortlich, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Zellen, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont. Ohne Kalzium wäre die Funktionsfähigkeit einer Körperzelle beeinträchtigt, da dieses Mineral für die Zellstruktur, die Signalübertragung innerhalb der Zelle und die Reizweiterleitung im Nervensystem unerlässlich ist.

Kalzium über ausgewogene Ernährung zuführen
Der tägliche Bedarf an Kalzium lässt sich problemlos durch die Ernährung decken. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weist darauf hin, dass medizinische Fachgesellschaften eine tägliche Kalziumzufuhr von 700 bis 1.200 Milligramm für Erwachsene empfehlen. Diese Menge kann normalerweise durch die Nahrung aufgenommen werden. Eine Auswahl an Lebensmitteln, die reich an Kalzium sind:
- Kuhmilch
- Joghurt
- Käse wie Gouda und Emmentaler
- Grünes Gemüse wie Blattspinat
- Kalziumreiches Mineralwasser (über 150 mg Kalzium pro Liter)
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Eine zu hohe Dosis an Kalzium kann Herz schädigen
Es gibt jedoch Menschen, die ohne ärztliche Rücksprache Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen. In übermäßigen Mengen kann der Mineralstoff jedoch erheblichen Schaden anrichten. Eine Überdosierung kann das Risiko eines Herzinfarkts erhöhen. „Ab einer Tagesdosis von mehr als 1.500 Milligramm Kalzium steigt das Risiko nachweislich“, warnt der Lübecker Professor für Pharmakonutrition Martin Smollich im Gespräch mit dem Wissensportal Spektrum.
Darüber hinaus kann eine langfristige Überdosierung von Kalzium laut Ärzteblatt zu Nierensteinen und Gefäßverkalkungen führen. Das Fachblatt zitiert die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), die vor den potenziellen gesundheitlichen Risiken von Kalziumtabletten in einer Dosierung von mehr als 500 Milligramm pro Tag ohne ärztliche Anweisung warnt. Da einige Menschen mehrere Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, ist auch eine versehentliche Überdosierung möglich, so die Fachgesellschaft. Bei Lebensmitteln, die reich an Kalzium sind, besteht jedoch keine schädliche Obergrenze, so das Ärzteblatt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.