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Corona: Warum haben sich manche Menschen noch nicht infiziert? Fachleute haben Theorien

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Von: Johannes Skiba

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In Deutschland haben sich viele Menschen mindestens einmal mit Corona infiziert. Andere haben sich bislang noch nicht angesteckt.

Frankfurt – Über zweieinhalb Jahren nach der ersten in Deutschland registrierten Corona-Infektion im Januar 2020 verzeichnete das Robert-Koch-Institut bis Ende Oktober 2022 insgesamt über 35 Millionen Fälle. Noch immer werden die Corona-Zahlen fast täglich erfasst und aktualisiert. Trotz der Vielzahl an Infektionen und der noch viel größeren Dunkelziffer, gibt es noch immer einige Menschen, die noch nie positiv auf das Virus getestet wurden.

Eine pauschale Antwort, weshalb bei einigen Menschen während der Pandemie noch immer nicht das Corona-Virus nachgewiesen wurde, gibt es nicht. Dennoch existieren einige Theorien, die nach Erklärungsansätzen für diese Fälle suchen. Oberflächliche Ansätze befassen sich eher mit Zufällen und individuellen Umständen. So zweifeln viele Menschen, ob sie nicht doch bereits mit dem Virus infiziert waren und es nur durch die Tests nicht nachgewiesen werden konnte. Eine Zeit lang waren nur wenige Tests verfügbar. Auch der Zeitpunkt des Corona-Tests kann entscheidend sein, sodass ein falsches Timing trotz klarer Symptome zu einem negativen Testergebnis führen kann. Die wissenschaftlichen Erklärungsversuche gehen tiefer.

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Ein negativer Coronatest © panorama-images/imago

Noch nicht mit Corona infiziert? Genetik könnte Ursache sein

So können neben eher zufälligen Situation auch konkrete individuelle Körpereigenschaften die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit Sars-CoV-2 beeinflussen, wie Prof. Leif Sander, Leiter der Klinik für Infektiologie an der Berliner Charité, der Deutschen Presse-Agentur zufolge erklärt: „Es gibt Menschen, die aufgrund genetischer Merkmale zum Beispiel schlecht mit Malaria oder HIV infiziert werden können. In gewissen Abstufungen wird es das auch bei Sars-CoV-2 geben.“ Der genaue Zusammenhang ist jedoch noch nicht erforscht.

Darüber hinaus ist es nachgewiesen, dass sich in vielen Fällen erst gar keine Symptome bemerkbar machen. Ende 2021 veröffentlichte das Fachmagazin Jama Open Netzwerk eine Meta-Studie aus China, in der 100 internationale Studien mit insgesamt 30 Millionen Corona-Fällen untersucht wurden. Die Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass etwa 40 Prozent der positiv Getesteten zum Zeitpunkt des Corona-Tests keine Symptome vorwiesen. Auch eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie mit Daten aus Großbritannien kam zu vergleichbaren Ergebnisse.

Gesundheit: Starkes Immunsystem gegen Corona-Infektion

Besonders Personen, die Kontakt mit Coronainfizierten hatten und sich nicht ansteckten, sind laut einer Studie aus den USA, die im ASM Journals veröffentlicht wurde, oft mit einem guten Immunsystem ausgestattet. Sander erläutert die Ergebnisse. So hätten die Forscherinnen und Forscher „bei Menschen, die nach Kontakten zu infizierten Haushaltsmitgliedern nicht positiv geworden sind, spezifische T-Zellen gefunden. Ein Zeichen, dass sich deren Immunsystem durchaus mit Sars-CoV-2 auseinandergesetzt hat, auch wenn eine Infektion und auch Antikörper gegen das Virus nicht immer nachweisbar waren.“ Grundlagen für ein gutes Immunsystem ist unter anderem eine gesunde Ernährung.

Doch sollen sich Menschen, die bisher noch nicht positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, laut Sander, nicht in einer falschen Sicherheit wiegen: „Dass man Corona bisher nicht hatte, heißt nicht, dass man für alle Zeit sicher ist.“ Für die Infektion, mit der Omikron-Variante, gibt es Warnzeichen, auf die man achten sollte. (Johannes Skiba)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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