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Tattoos gegen Krebs und andere Krankheiten? Neue Entwicklung weckt Hoffnung

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Von: Karolin Schäfer

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Fachleute erforschen seit Jahren intelligente Tattoos. Diese könnten vor allem im Gesundheitsbereich große Vorteile bringen, wie bei Krebs-Erkrankungen.

Frankfurt – Die Technologie schreitet voran und erleichtert so bereits den Alltag vieler Menschen, auch im gesundheitlichen Bereich tut sich viel. Ob neue Impfstoffe, Medikamente oder die Erforschung seltener Erkrankungen, Forschende beschäftigen sich weltweit mit der Verbesserung der menschlichen Gesundheit.

Nun soll eine neue Entwicklung besondere Hoffnung wecken. Smart-Tattoos könnten künftig bei der Behandlung von schweren Krankheiten wie Krebs helfen. Doch was hat es damit auf sich?

Tattoos gegen Krebs und andere Krankheiten: Forschende nutzen OLED-Technologie

Forschende des London Centre for Nanotechnology (LCN) und Italian Institute of Technology (IIT) haben ein „intelligentes Tattoo mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten“ entwickelt, das temporär auf der Haut angebracht werden kann. Darin wird die gleiche Technologie wie in Smartphones und Flachbildfernsehern verwendet, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Bei der Technologie kommen organische Leuchtdioden (OLEDs) zum Einsatz. Diese werden auf Tattoo-Papier hergestellt und mit einem feuchten Tuch auf die Haut gedrückt, ähnlich wie man es von Abzieh-Tattoos für Kinder kennt. Doch wofür soll das gut sein?

Den Forschenden zufolge könnten die Tattoos signalisieren, wenn jemand dehydriert ist oder man aus der Sonne gehen sollte, um einen Sonnenbrand zu vermeiden. „Die tätowierbaren OLEDs können in großem Maßstab und sehr billig hergestellt werden. Sie können mit anderen Formen der Tattoo-Elektronik kombiniert werden und bieten eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten“, erklärte Franco Cacialli, Hauptautor des Verfahrens, das in der Fachzeitschrift Advanced Electronic Materials veröffentlicht wurde.

Smart-Tattoos zur Krebs-Bekämpfung? Technologie ist vielseitig einsetzbar

Die Tattoos könnten nicht nur in der Lebensmittelindustrie zum Erkennen von abgelaufenen Produkten eingesetzt werden, sondern auch im medizinischen Bereich. Die Technologie könnte „Licht aussenden, wenn sich der Zustand eines Patienten verändert – oder, wenn die Tätowierung andersherum in die Haut eingearbeitet wird, könnten sie möglicherweise mit lichtempfindlichen Therapien kombiniert werden, um zum Beispiel Krebszellen zu bekämpfen“, erklärte Cacialli.

Eine 3D-Illustration einer Krebszelle im menschlichen Körper.
Eine 3D-Illustration einer Krebszelle im menschlichen Körper. © imago

Das von den Forschenden entwickelte OLED-Tattoo ist 2,3 Mikrometer dick und damit etwa ein Drittel so groß wie ein einzelnes rotes Blutkörperchen. „Es besteht aus einem elektrolumineszierenden Polymer, das sich zwischen Elektroden befindet“, hieß es weiter. Einsatzbereit sind die Tattoos aber noch nicht. In einem nächsten Schritt müsse noch verhindert werden, dass sich die Technologie durch den Kontakt mit Luft zu schnell zersetzt.

Intelligente Tattoos gegen Krankheiten: Technologie lässt sich mit „Wasser und Seife abwaschen“

Genauso leicht wie die Tattoos auf der Haut angebracht, können sie auch wieder entfernt werden, verspricht Professor Virgilio Mattoli vom italienischen Forschungsinstitut. Sie ließen sich „leicht mit Wasser und Seife abwaschen.“ Auch in den USA wird an intelligenten Tattoos geforscht, etwa an der Cornell University. „Wir wollten einen modularen Ansatz für intelligente Tattoos entwickeln, um sie so einfach verwenden zu können wie Legosteine“, zitierte der Branchendienst it-daily die Projektleiterin Cindy (Hsin-Liu) Kao.

Das sogenannte „SkinKit“ wird ebenfalls auf der Haut angebracht und ist mit kleinen Leiterplattenmodulen ausgestattet. Dadurch sei es flexibel einsetzbar, vom Terminkalender bis hin zur Gesundheitsüberwachung. Nutzende könnten die Module „leicht zusammenstecken und wieder lösen. Nehmen wir an, Sie möchten heute einen Sensor für einen bestimmten Zwecke verwenden, morgen aber einen anderen. Sie können ihn einfach abnehmen und in wenigen Minuten neue Module anschließen, die andere Aufgaben erledigen können“, so Kao.

Auch Biochemiker wie Carson Bruns forschen an intelligenten Tätowierungen. Harvard- und MIT-Forschende erproben intelligente Tätowierfarbe, die bei Dehydrierung oder Schwankungen des Blutzuckerspiegels die Farbe ändert, hieß es in einer Mitteilung seitens der Universität. Bis solche Technologien dann aber tatsächlich zugelassen und außerhalb von Studien eingesetzt werden, wird vermutlich noch einige Zeit dauern. (kas)

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