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Zum Abnehmen und Zuckersparen setzen viele Verbraucher auf Süßstoffe. Doch sind die wirklich gesund?
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Zum Abnehmen und Zuckersparen setzen viele Verbraucher auf Süßstoffe. Doch sind die wirklich gesund?

Cola Light und Co.

Süßstoff: Schädlich für den menschlichen Körper oder gesunde Alternative zu Zucker? 

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Zu viel Zucker macht dick und ist ungesund. Viele Konsumenten greifen daher zum Süßstoff. Doch ist der tatsächlich eine gute Alternative?

  • Viele Konusmenten wollen ihren Zuckerkonsum einschränken.
  • Sie greifen daher zu Produkten mit Süßstoff – und die Industrie stellt fleißig zuckerfreie Alternativen her.
  • Doch immer wieder kommt die Frage auf: Sind die Süßungsmittel wirklich gesünder oder doch gefährlich?

Zuckerfreie Cola, zuckerfreier Kaugummi und sogar zuckerfreie Schokolade: Die Industrie setzt immer mehr auf das magische Wort „zuckerfrei“. Schließlich wollen viele Konsumenten nicht auf Süßes verzichten, seit Jahrzehnten ist jedoch bekannt: Zu viel des „weißen Goldes“ ist ungesund für den Körper, zudem kann Zucker viele Krankheiten, wie Diabetes, auslösen. Lebensmittelkonzerne haben reagiert und setzen immer öfter auf Produkte mit künstlichem Süßstoff.

Süßstoff: Was ist das überhaupt?

Süßstoffe gehören zu den Zusatzstoffen, im Lebensmittelrecht müssen diese auch so deklariert werden. Das Wort „Süßstoff“ ist ein Sammelbegriff für alle Stoffe, die süß sind und den herkömmlichen Haushaltszucker ersetzen sollen. Viele Stoffe sind deutlich süßer als Zucker, trotzdem enthalten sie so gut wie keine Kalorien.

Synthetische Süßungsmittel befinden sich heutzutage nicht mehr nur in zuckerfreien Getränken oder Kaugummis, sie werden auch in Zahnpasta, Marmelade und Backwaren eingesetzt. Hersteller mischen Süßstoffe sogar in Arzneimittel, um den bitteren Geschmack vieler medizinischer Produkte zu überdecken.

Welche Süßstoffe sind in Deutschland zugelassen?

Derzeit sind in Deutschland und der Europäischen Union elf Süßstoffe zugelassen:

  • Aesulfam wurde 1967 zufällig entdeckt und hat einen sehr ähnlichen Geschmack wie Zucker, ist aber etwa 200 mal süßer. Der Süßstoff ist gut lagerfähig, sehr stabil und hitzebeständig. Von der Industrie wird es sehr oft zum Süßen von Getränken, Marmeladen oder Obstkonserven eingesetzt.
  • Advantam hat eine besonders große Süßkraft, der Stoff ist bis zu 37.000 Mal süßer als herkömmlicher Zucker. Kleinste Mengen reichen daher schon aus, um einem industriellen Produkt Geschmack zu verleihen. Seit 2014 darf er in der EU in Lebensmitteln verwendet werden.
  • Aspartam kommt dem Geschmack von Zucker besonders nahe – und hat einen ähnlichen Kaloriengehalt. Weil Aspartam jedoch 200-mal stärker süßt, benötigt man viel geringere Mengen. Der Süßstoff wird sehr oft in zuckerfreien Getränken und Kaugummis verwendet.
  • Aspartam-Acesulfam-Salz ist eine Verbindung aus den beiden Süßstoffen Aspartam (64 %) und Acesulfam-K. Der Süßstoff ist etwa 350-mal süßer als Zucker und taucht in Getränken und Süßigkeiten auf.
  • Cyclamat wurde 1937 durch Zufall bei der Suche nach einem fiebersenkenden Mittel entdeckt. Mit einer Süßkraft von 35:1 im Vergleich zu Zucker hat Cyclamat von den zugelassenen Süßstoffen die geringste Süßintensität. Erhältlich ist es in flüssiger Form und als Tabletten. Cyclamat ist gut löslich und hitzestabil.
  • Neohesperidin DC wird aus Zitrusfrüchten gewonnen und verfügt über eine Süßkraft, die bis zu 600-mal stärker als die von herkömmlichen Zucker ist. Es findet sich häufig auch in Knabberwaren, wird aber auch in Arzneimitteln verwendet, um den bitteren Geschmack zu unterdrücken.
  • Neotam ist ein Aspartam-Derivat und bis zu 13.000 Mal süßer als Zucker. Seit 2009 ist es in der Europäischen Union zugelassen, allerdings darf es nur in bestimmten Lebensmitteln verwendet werden, zum Beispiel in Backwaren oder Senf.  Es intensiviert zudem Aromen, insbesondere Zitrone, Vanille und Schokolade.
  • Saccharin ist eines der gängigsten Süßungsmittel. Es wird in Form von Pulver und Tabletten angeboten. Wegen seiner Hitzestabilität ist Saccharin auch zum Backen und Kochen geeignet. Die Süßkraft ist fast 450 mal so stark wie die des Zuckers. Bereits 1885 kam Saccharin auf den Markt.
  • Stevia – in der Fachsprache Steviolglycoside – wird aus der südamerikanischen Steviapflanze gewonnen und kann eine 400-fach stärkere Süßkraft als Zucker entfalten. Stevia wird heute vor allem in China angebaut.
  • Sucralose ist ein künstlich veränderter Haushaltszucker, schmeckt etwa 600-mal süßer als dieser und ist kalorienfrei. Das Süßungsmittel wurde 1991 erstmals in Kanada zugelassen und ist seit 2004 auch in der EU auf dem Markt.
  • Thaumatin wird aus der afrikanischen Katemfrucht gewonnen und ist nicht kalorienfrei. Da seine Süßkraft bis zu 3000-mal stärker als die von Zucker ist, schlägt der Nährwert allerdings nicht zu Buche.

Süßstoffe sind kalorienarm: Doch können sie Heißhunger auslösen?

Umstritten ist, ob Süßstoffe in Getränken und im Essen Heißhunger auslösen können. Wissenschaftler der US-amerikanischen Purdue University zeigten 2008 in einem Tierversuch mit Ratten, dass Joghurt mit dem Süßstoff Saccharin den Hunger stärker schürte als Joghurt mit normalem Zucker. Obwohl die Forscher nur Saccharin getestet hatten, gingen sie davon aus, dass auch andere Süßstoffe diesen Effekt haben könnten.

Andere Studien konnten das Ergebnis der US-amerikanischen Wissenschaftler jedoch nicht bestätigen. Auch der Süßstoff-Verband streitet ab, dass Süßungsmittel Heißhunger erzeugen. „Immer wieder tritt die Frage auf, ob Süßstoffe vermehrt Hunger auslösen - doch Süßstoffe machen nicht hungrig! Satt machen sie allerdings auch nicht. Wer satt werden will, der muss Energie in Form von Kohlenhydraten, Fett oder Eiweiß zuführen. Süßstoffe sorgen einfach nur dafür, dass ein Getränk oder eine Speise süß schmeckt, sie liefern keine Energie“, schreibt der Verband.

Süßungsmittel sind noch nicht gut genug erforscht: Was sind die Langzeitfolgen von Süßstoff?

Bis heute ist nicht bekannt, wie sich der gestiegene Süßstoff-Konsum von Kindern und Erwachsenen langfristig auf die Gesundheit auswirkt. Die „American Academy of Pediatrics“ (AAP) hat die aktuelle Datenlage in einer neuen Leitlinie zusammengefasst, die vor einigen Monaten in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Die Experten empfehlen darin eine genauere Deklarierung, welche Süßungsmittel in Lebensmitteln enthalten sind – und wie viel davon.

Ist Süßstoff krebserregend?

Weitgehend entkräftet wurde mittlerweile die frühere Annahme, die synthetisch hergestellten Süßstoffe könnten krebserregend sein. „Zugelassene Zusatzstoffe verursachen nach derzeitigem Kenntnisstand weder Krebs, noch schädigen sie in einer anderen Art und Weise die Gesundheit, solange sie nur in den vorgesehenen Mengen verwendet werden“, heißt es vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Der Verdacht, Süßungsmittel könnten Krebs erregen, stammt insbesondere aus Tierversuchen mit Ratten. Die Annahme gilt aber nicht als auf den Menschen übertragbar.

„Die Überprüfung einer möglichen Krebsgefahr findet bereits während des Zulassungsverfahrens statt. Falls es im Nachhinein einen Verdacht gibt, wird diesem nachgegangen“, schreibt der Süßstoff-Verband. (tvd)

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