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Auf der Suche nach medizinischer Hilfe

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Von: Pamela Dörhöfer

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Keine Hilfe in Sicht: Deutschland mangelt es an Behandlungszentren für Schmerzen
Keine Hilfe in Sicht: Deutschland mangelt es an Behandlungszentren für Schmerzen © FR-Grafik/iStock

In Deutschland gibt es nicht genügend Schmerzzentren und bislang auch keine Fachärzte für Schmerzmedizin.

Chronische Schmerzen sind weit verbreitet, doch für die Millionen Patienten gibt es in Deutschland keine ausreichende Versorgung. Die vorhandenen Schmerzzentren in Krankenhäusern oder Praxen niedergelassener Mediziner reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Und viele Schmerzpatienten wissen nicht einmal um die Existenz dieser Einrichtungen, weil sei in ihrer Verzweiflung von einem Spezialisten zum nächsten tingeln und keiner davon den Gesamtblick auf die komplexe Erkrankung hat.

Einig sind sich Experten, dass diese Situation unbefriedigend ist. Welches allerdings der richtige Weg aus dem Dilemma wäre, dazu gehen die Meinungen auseinander. Beim Deutschen Schmerzkongress der Deutschen Schmerzgesellschaft und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft vor zwei Wochen in Mannheim betonte Tagungspräsidentin Esther Pogatzki-Zahn, Oberärztin an der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, wie wichtig das frühzeitige Eingreifen sei – etwa, wenn sich nach einer Operation abzeichne, dass die Schmerzen nicht weggehen.

Interprofessionelle Teams

Die beiden Gesellschaften setzen dabei vor allem auf ein „wirkungsvolles Schmerzmanagement“, das durch die Zusammenarbeit in „interprofessionellen Teams“ geleistet wird, die in der Gemeinschaft dann eine Gesamtschau auf den Patienten haben. Damit das gewährleistet sei, müsste es auf „drei Ebenen“ Änderungen geben, forderte Michael Schäfer, leitender Oberarzt und Schmerzforscher an der Charité in Berlin und Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft: „Effektives Schmerzmanagement gelingt nur, wenn zwischen Klinik, Haus- und Fachärzten ein enger Austausch besteht, wenn das Thema Schmerz ein zentrales Thema in der Medizinerausbildung wird und wenn die Weiterbildungsangebote für alle an der Schmerzbehandlung Beteiligten verbessert werden.“

Den Kollegen von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin – einer anderen wichtigen Fachgesellschaft – geht das allerdings nicht weit genug: Sie setzen sich seit Jahren vehement dafür ein, einen „Facharzt für Schmerzmedizin“ zu etablieren, den es bislang nicht gibt. Um Schmerzpatienten kümmern sich deshalb Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen, vor allem Anästhesiologen, Neurologen, Orthopäden und auch Allgemeinmediziner. Nötig sei aber ein „Querschnittsfach“, erklärt Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und als Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums Göppingen. Zwar ist die Schmerzmedizin seit kurzem auch Teil der studentischen Ausbildung, die Gesellschaft kritisiert jedoch, dass die Strukturen dafür weder flächendeckend noch einheitlich seien.

Komplexe Erkrankung

Ohne eigenen Facharzt fehle bei der Behandlung von Schmerzkranken nicht nur ein Experte, der die Erkrankung in ihrer Komplexität sehe, argumentiert die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin – auch die Bedarfsplanung unseres Versorgungssystems ginge an der tatsächlichen Lage vorbei. Denn diese orientiere sich allein an Fachgebieten.

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