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Stummer Schlaganfall: Auf diese Symptome sollten Sie achten

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Von: Helena Gries

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Ein Schlaganfall bleibt manchmal unentdeckt. Die sogenannte stumme Variante geht meist ohne Symptome einher. Sie ist jedoch keineswegs harmlos.

Frankfurt – In Deutschland ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache. Jedes Jahr erleiden mehr als 250.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Schlaganfall, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Trotz fortschrittlicher Forschung sterben noch immer viele Menschen an den Folgen eines Infarkts. Schnelles Handeln ist daher bei einem Schlaganfall überlebenswichtig.

Nicht jeder Schlaganfall zeigt sich jedoch anhand spezifischer Symptome. Ein Schlaganfall kann auch „stumm“, also ohne ersichtliche Symptome, verlaufen. Ebenso wie bei einem stummen Herzinfarkt bemerken Betroffene meist nichts von der Gefahr. Ein stummer Schlaganfall ist allerdings oftmals der Vorbote für einen schweren Infarkt. Nach Angaben des medizinischen Handbuchs MSD Manual ist der Schlaganfall die häufigste Ursache von neurologischer Behinderung bei Erwachsenen in den USA. Doch wie kann man einen stummen Schlaganfall bemerken?

Schlaganfall ohne Symptome: Ein stummer Schlaganfall ist auch gefährlich

„Ob der Schlaganfall Symptome verursacht, ist wirklich Zufall – je nachdem, wo er einschlägt“, erklärt Martin Grond, Mitglied des Vorstands der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, gegenüber dem Gesundheitsportal der deutschen Apotheker:innen Aponet. Wenn sich der Schlaganfall in einem Areal ereignet, das nicht für Bewegung oder Sprache zuständig ist, dann treten auch keine der typischen Schlaganfall-Symptome wie Seh- und Sprachstörungen, Taubheitsgefühle, Schwindel oder sehr starke Kopfschmerzen auf.

Eine Frau fasst sich an den Kopf.
Ein Schlaganfall zählt zu den dritthäufigsten Todesursachen in Deutschland. Ein stummer Schlaganfall wird jedoch häufig nicht bemerkt. (Symbolbild) © Oliver Killig/dpa

Nach jedem Schlaganfall, egal ob stumm oder nicht, steigt das Risiko, eine erneute Durchblutungsstörung zu erleiden. Bei den 60-Jährigen zeige demnach etwa jeder Zehnte Anzeichen für einen stummen Schlaganfall. „Bei den 70-Jährigen ist es bereits fast jeder Fünfte“, berichtet Grond.

Stummer Schlaganfall: Oft treten Symptome erst bei mehrfachen Infarkten auf

Auswirkungen machen sich meistens erst dann bemerkbar, wenn die betroffene Person mehrere kleine stumme Schlaganfälle erlitten hat. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe können dann folgende Symptome auftreten:

Erkannt werden stumme Schlaganfälle meist zufällig anhand von Bildgebungsverfahren mittels CT oder MRT, die beispielsweise bei Kopfschmerzen durchgeführt wurden. „Wie häufig Schlaganfälle zufällig entdeckt werden, hängt stark von der verwendeten Untersuchungsmethode ab“, erklärt Christian Nolte, Forscher im Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) auf der Website des Zentrums.

Stummer Schlaganfall: Das sind die Risikofaktoren

„Personengruppen mit Schlaganfällen haben oftmals die klassischen Risikofaktoren für Erkrankungen des Gefäßsystems“, so der Experte. Arteriosklerose, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, höheres Alter oder Vorhofflimmern zählen dazu. „Interessanterweise findet man viele stumme Schlaganfälle aber auch nach medizinischen Eingriffen am Herzen, wie z. B. nach Herzklappenersatz“, berichtet Nolte. (hg)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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