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Aphasie: Auf welche Symptome Sie achten sollten

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Von: Nadja Austel

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Logopädische Therapie kann Betroffenen der Aphasie helfen. (Symbolfoto)
Logopädische Therapie kann Betroffenen der Aphasie helfen. (Symbolfoto) © Jens Kalaene/dpa

Aphasie ist eine Krankheit, die das Sprachzentrum des Gehirns betrifft. Hier erfahren Sie, welche Symptome auftreten und welche Formen der Aphasie es gibt.

Frankfurt – Seit der überraschenden Nachricht über das Karriereende von Schauspieler Bruce Willis ist sie weltbekannt: die Krankheit Aphasie. Die Sprachstörung kann als Folge verschiedenster Schäden des Gehirns auftreten. Hier informieren wir über das Krankheitsbild, die Ursachen und die verschiedenen Formen der Aphasien.

Übersetzt aus dem Griechischen bedeutet der Name der Krankheit etwa „keine Sprache“. Den Zustand beschreiben Betroffene wie folgt: Es sei in etwa so, als lägen einem die Worte auf der Zunge, sie kämen aber nicht aus dem Mund heraus. Die Menschen haben dadurch Schwierigkeiten, sich richtig auszudrücken. Oft ist auch die Fähigkeit eingeschränkt, Sprache zu verstehen.

Die Krankheit erklärt: Was ist Aphasie?

Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung. Sie ist also nicht angeboren, sondern wird erst durch Verletzungen oder Anomalien ausgelöst. Sie betrifft die Fähigkeiten des Sprechens, Schreibens, Lesens und des Sprachverständnisses. Die Störungen entstehen durch eine Schädigung des Sprachzentrums im Gehirn. Abgesehen von der Sprache sind Betroffene daher geistig nicht eingeschränkt.

Aphasie: Wodurch wird sie ausgelöst?

Auslöser für eine Aphasie können viele Formen von Schädigungen im Gehirn sein, von Kopfverletzungen über Schlaganfälle bis hin zu Entzündungen des Gehirns. Die häufigsten Ursachen umfassen:

Symptome der Krankheit: Welche Formen der Aphasie gibt es?

Je nachdem, welches Hirnareal im Sprachzentrum von der Schädigung betroffen ist, zeigen die Betroffenen Schwierigkeiten in unterschiedlichen Bereichen der Sprache. Es wird zwischen vier Hauptformen unterschieden:

Aphasie: Die vier wichtigsten Formen der Krankheit und ihrer Symptome

Bei der Broca-Aphasie ist hauptsächlich die Sprachbildung gestört. Das geschädigte Areal des Hirns befindet sich im Stirnlappen. Betroffene haben Schwierigkeiten, aktiv Sätze zu sprechen. Sie geraten ins Stocken, verwechseln Laute, sprechen sehr langsam oder machen häufige Pausen zwischen den Worten. Ihre Sprache kann abgehackt oder unvollständig wirken. Auch das Sprachverständnis kann beeinträchtigt sein.

Das wichtigste Symptom der Broca-Aphasie ist der Agrammatismus, also das Bilden von grammatikalisch nicht korrekten Sätzen. Ihre Sprache kann aus kurzen Äußerungen im Telegrammstil bestehen, aus ein bis drei Wörtern mit stark vereinfachtem Satzbau. Die Ordnung der Wörter folgt häufig nicht den grammatikalischen Regeln. Meist können die Betroffenen lesen und schreiben, haben aber möglicherweise auch auf diesen Gebieten Probleme.

Wichtiger Hinweis:

Plötzlich auftretende Sprachstörungen sind immer ein Alarmsignal. Rufen Sie in diesem Fall sofort einen Notarzt.

Das bei der Wernicke-Aphasie geschädigte Areal befindet sich im oberen Schläfenlappen des Gehirns und ist für das Sprachverständnis zuständig. Betroffene mit dieser Form der Krankheit können dementsprechend gesprochene Sprache nur schlecht verstehen und sich schwer mitteilen. Beim Sprechen verwechseln sie Worte und Laute und bilden teilweise lange, verschachtelte Sätze. Die Betroffenen selbst bemerken dies oft gar nicht. Sie produzieren ohne Probleme Sätze, diese bleiben allerdings verworren und unverständlich. Einige Betroffene sprechen lediglich „Kauderwelsch“. Dadurch wird oft fälschlicherweise zunächst eine Denkstörung vermutet.

Formen der Aphasie: Die unterschiedlichen Symptome der Krankheit

Bei der Amnestischen Aphasie ist der untere Schläfenlappen am Übergang zum Scheitellappen des Gehirns geschädigt. Betroffene leiden unter starken Wortfindungsstörungen. Sie können gesprochene Sprache gut verstehen und sich selbst grundsätzlich verständlich ausdrücken. Doch es fehlen ihnen häufig die richtigen Worte. Sie sprechen oft zögerlich oder verwenden Füllwörter wie „Ding“, „der da“ oder umschreiben das fehlende Wort: „Das Ding, in das man Blumen stellt“ statt „Vase“. Der Sprachfluss gerät dadurch immer wieder ins Stocken. Die Wortfindungsstörungen können auch beim Schreiben auftreten.

Die Globale Aphasie stellt die schwerste Form dar. Geschädigt sind meist Teile des Stirn-, Schläfen- und Scheitellappens im Gehirn. Dadurch wird die verbale Kommunikation nahezu unmöglich. Sowohl das Sprechen, Lesen und Schreiben als auch das Verstehen von Sprache sind schwer beeinträchtigt.

Typisch für die globale Aphasie sind Sprachautomatismen. Die Betroffenen wiederholen häufig Äußerungen, die keinen kommunikativen Zweck verfolgen und nicht im Verbindung mit der aktuellen Situation stehen, zum Beispiel „jajaja“. Über diese Automatismen hinaus sind viele Betroffene kaum zu sprachlichen Äußerungen fähig. Auch das Sprachverständnis ist massiv gestört. Dies betrifft meist alle Bestandteile des Sprachsystems wie Wortschatz, Bedeutung von Wörtern, Satzbau oder Lautbildung.

Disclaimer:

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Therapie: Was kann man gegen Aphasie machen?

Von Aphasie Betroffene sollten sich so früh wie möglich sprachtherapeutisch behandeln lassen. Aber auch Jahre nach Krankheitsbeginn kann eine entsprechende Therapie noch Erfolge erzielen. Eine Therapie zielt darauf, die erkrankten Hirnareale zu reaktivieren, andere Hirnbereiche anzuregen, die Aufgaben der gestörten Areale zu übernehmen und vor allem den Patienten zum Sprechen zu animieren. Häufig stellen Betroffene aus Angst, nicht verstanden zu werden und Fehler zu machen, das Sprechen ein. Angehörige sollten daher mit Geduld die Motivation der Betroffenen stärken und ihnen möglichst nicht „die Worte aus dem Mund nehmen“. (na)

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