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Leider gibt es in Deutschland zu wenige Menschen, die nach ihrem Tod Organe zur Verfügung stellen möchten.

Herztransplantation

Spender-Herzen fehlen

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2016 mussten in Deutschland etwa 1000 Patienten mit sogenannten Herzunterstützungssystemen am Leben erhalten werden, weil Spender-Herzen fehlen.

Schwerst-Herzkranke können immer öfter nur mit künstlichen Herzpumpen überleben, weil der Mangel an Spenderorganen in Deutschland zunimmt. Das beklagt die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG). 2016 seien hierzulande nur 291 Herztransplantationen durchgeführt worden, so DGTHG-Präsident Wolfgang Harringer: „Andererseits wurden 2016 etwa 1000 Herzunterstützungssysteme bei Patienten, die potentiell transplantiert werden müssten, implantiert, um sie überhaupt am Leben zu erhalten, bis ein geeignetes Spenderherz zur Transplantation gefunden wird.“ 2005 wurden erst etwa 350 solcher Überbrückungsgeräte eingesetzt. Sie liegen teils außerhalb des Körpers, und die Patienten benötigen blutverdünnende Medikamente, um Embolien und Thrombosen zu vermeiden. Das erhöht wiederum die Gefahr von Blutungen.

Als Organspender kommen in Deutschland nur Menschen mit unumkehrbaren Hirnfunktionsausfall in Frage, deren Herz noch angemessen funktionsfähig ist, betont die Fachgesellschaft. Das transplantierte Organ muss mit bestimmten Merkmalen des Empfängers kompatibel sein und nach Explantation beim Spender innerhalb von vier bis sechs Stunden dem Empfänger eingesetzt werden.

Der medizinische Fortschritt erlaubt es aber inzwischen, auch Spenderherzen zu transplantieren, die schon Vorerkrankungen aufweisen. So sagte der Wiener Herzchirurg Günther Laufer der Zeitung „Der Standard“, inzwischen würden auch schon Herzen transplantiert, die deutliche Verengungen der Herzkranzgefäße aufweisen: „Eine Engstelle von 50 Prozent behebt man dann mit einem Bypass“, so der Chef der Herzchirurgie an der Wiener Universitätsklinik.

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