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Sonnenbrand: So stark steigt das Hautkrebsrisiko nach zu viel Sonne

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Von: Sandra Kathe

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Sommer, Hitze und Urlaub locken viele Menschen in Deutschland zum Sonnenbad ins Freie. Doch Dermatolog:innen warnen vor erheblichen Gesundheitsrisiken.

Frankfurt – Ob beim Sport im Freien, beim Spaziergang im Park, beim Kaffeetrinken auf der sonnigen Terrasse des Lieblings-Cafés oder beim klassischen Sonnenbad: Wer sich an heißen Sommertagen zu lange ohne Sonnenschutz im Freien aufhält, geht ein häufig unterschätztes Risiko ein. Davor warnen Dermatolog:innen genau wie Krankenkassen und raten vor allem, mit großzügig dosierter Sonnenmilch für ausreichenden Schutz vor Sonnenbrand zu sorgen und die tagesaktuelle UV-Belastung im Blick zu behalten.

Denn Sonnenbrand, so betont der Dermatologe Dr. Christian Merkel in einem aktuellen Interview mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, erhöhe in jedem einzelnen Fall das Hautkrebskrisiko. Die häufig harmlos scheinende Rötung der betroffenen Hautstellen, die durch die UV-Strahlung der Sonne entstehe, sei in Wahrheit eine „echte Verbrennung ersten oder zweiten Grades der Haut, wie bei einer Brandverletzung“, erklärt Merkel in dem Gespräch und warnt, dass die durch den Körper entwickelte Entzündungsreaktion langfristig dafür sorgt, dass DNS-Schäden im Körper entstehen.

Von wegen unbeschwertes Sonnenbad: Auch in diesem Sommer warnen Dermatolog:innen vor den drastischen Folgen eines jeden Sonnenbrands. (Symbolfoto)
Von wegen unbeschwertes Sonnenbad: Auch in diesem Sommer warnen Dermatolog:innen vor den drastischen Folgen eines jeden Sonnenbrands. (Symbolfoto) © John Marshall Mantel/Imago

Mehr Hautkrebs-Fälle in Deutschland erkannt: Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko

Dass Hautkrebs in Deutschland immer mehr zum Thema wird, zeigt sich etwa in den Statistiken, in denen Krankenversicherungen über die Gefahren von übermäßigem Sonnengenuss informieren. Eine aktuelle Veröffentlichung im Online-Gesundheitsmagazin der Krankenkasse AOK spricht von etwa 230.000 neu auftretenden Hautkrebsfällen jährlich in Deutschland, etwa ein Zehntel der Patient:innen erkranken am gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem sogenannten Melanom.

Während die AOK im Jahr 2006 noch 16,9 von 100.000 Versicherten registrierte, die mit Melanomen stationär behandelt werden mussten, waren es 2019 bereits 20,1 von 100.000, was einen Anstieg um 36 Prozent ausmache. Auch die Krankschreibungen aufgrund von Hautkrebsdiagnosen hätten sich laut einer AOK-Statistik zwischen 2003 und 2019 mehr als verdoppelt.

Hautkrebs-Fälle pro Jahretwa 230.000
davon schwarzer Hautkrebs22.900 im Jahr 2017
Quelle: AOK

Gefährliche UV-Strahlen: Erhöhte Sonnenbrand-Gefahr in den Bergen und am Meer

Um sich vor einem überhöhten Hautkrebsrisiko wegen zu viel Sonne zu schützen, reicht oft, sich an einige wichtige Regeln zu halten, raten Dermatolog:innen und führen dazu vor allem Sonnenschutzprodukte an. So sollten sich helle Hauttypen bereits bei über zehn Minuten direktem Sonnenkontakt mit Sonnenmilch eincremen, bei dunkleren Typen genüge es auch über einen Zeitraum von 30 Minuten, sagt etwa Dermatologe Merkel im Süddeutsche-Interview. Besonders gefährlich werde es etwa bei Sonnenkontakt am Meer oder in den Bergen, weil hier die UV-Belastung deutlich höher ist.

Auch wer viel in sonnigen Städten mit häufig höherem UV-Faktor unterwegs ist, dem rät Merkel zur Vorsicht: „Feinstaub setzt sich auf unserer Haut ab und macht sie empfindlicher gegenüber der Sonnenstrahlung, weil die eigene Schutzbarriere gestört wird.“ Das sei eine Gefahr, die viele unterschätzen.

Hautkrebs-Risiko: Diese Tipps und Tricks helfen bei Sonnenbrand

Wer doch einmal zu lange unzureichend geschützt in der Sonne gewesen sei, dem rät Merkel zu Erster Hilfe mit entzündungshemmenden Medikamenten: So kann die Einnahme von Aspirin dem Körper beim Kampf gegen den Sonnenbrand genauso helfen wie das Eincremen mit Hydrokortison-Salben aus der Apotheke. Auch das Kühlen mit Gelpacks oder Kühlakkus aus dem Kühlschrank sowie das Auftragen von Quark verschaffe Abhilfe.

Die Krankenkassen raten außerdem dazu, ganz unabhängig davon wie gut oder schlecht man sich beim völligen Vermeiden von Sonnenbrand schlägt, die regelmäßige Hautkrebsfrüherkennung in Anspruch zu nehmen, die alle gesetzlichen Krankenkassen seit 2008 im Zwei-Jahres-Rhythmus allen Mitgliedern ab 35 Jahren anbieten müssen. Denn letztlich spiele auch die verbesserte Früherkennung eine Rolle beim Anstieg der Hautkrebs-Erkrankungen in Deutschland – und führe auch dazu, dass wenn tatsächlich einmal Hautkrebs auftritt, eine schnelle Behandlung möglich ist. (ska)

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