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Herzspezialist ist sich sicher: „Viele schwere Covid-19-Verläufe wären vermeidbar“ – einfache Maßnahme hilft

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Von: Juliane Gutmann

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Frau bei der Blutdruckmessung
Der Blutdruck kann am Handgelenk und am Oberarm gemessen werden. Wissen Sie, wie hoch Ihre Werte sind? © Becker Bredel/Imago

Schwere Corona-Verläufe können tödlich enden. Vor allem Bluthochdruck-Patienten sind gefährdet. Doch wer eine Sache beachtet, reduziert sein Risiko, schwer zu erkranken.

Sie sind jung, fit und gegen Corona geimpft? Diese drei Faktoren reduzieren das Risiko eines tödlichen Covid-19-Verlaufs enorm. Doch mit dem Alter mehren sich die Vorerkrankungen, wie etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beide zählen zu den Hauptrisikofaktoren eines komplizierten Corona-Verlaufs.

Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland. Der Techniker Krankenkasse zufolge sind etwa 20 bis 30 Millionen Deutsche betroffen, wobei die Dunkelziffer hoch ist. Denn viele wissen nichts von ihren krankhaft erhöhten Blutdruckwerten. Diese gelten als leicht erhöht, wenn die Messwerte zwischen 140-159/90-99 mmHg liegen. Bei höheren Werten spricht man von mittelgradig erhöhtem (160-179/100-109 mmHg) bis schwerem Bluthochdruck (mehr als 180/mehr als 110 mmHg), informieren die Internisten im Netz.

Sie wissen nicht, wie es um Ihren Blutdruck bestellt ist? Messgeräte zum Selbstgebrauch können Sie in jeder Apotheke oder Drogerie kaufen. Auch in Apotheken und Arztpraxen können Sie sich kostenfrei den Blutdruck messen lassen.

Hohen Blutdruck senken und so schweren Corona-Verläufen vorbeugen

Das Positive an Bluthochdruck: Er ist sehr gut behandelbar. Leicht erhöhte Werte können bereits dank Lebensstilumstellungen gesenkt werden. Bei bereits länger bestehendem und hohem Bluthochdruck wird der behandelnde Mediziner oder die Medizinerin Arzneimittel verschreiben.

Die Behandlung ist deshalb so wichtig, weil Bluthochdruck Arterienverkalkung zur Folge haben kann, die wiederum Hauptauslöser von Herzinfarkt und Schlaganfall ist. Doch normale Werte von rund 120 zu 80 mmHg haben noch einen weiteren positiven Effekt: Das Risiko für schwere Corona-Verläufe sinkt. Dies gilt besonders bei Personen ohne Covid-19-Schutzimpfung, wie die Deutsche Herzstiftung informiert.

„Durch konsequente Behandlung der Vorerkrankungen, beispielsweise eine Senkung des Blutdrucks bei Hypertoniepatienten, wären viele schwere Covid-19-Verläufe vermeidbar“, zitiert die Stiftung Herzspezialist Prof. Heribert Schunkert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München (DHM).

Corona: Rund 26 Prozent der schwer Erkrankten haben Bluthochdruck

Im Rahmen einer Studie der Tufts University in den USA wurde deutlich, wie stark Bluthochdruck das Risiko für schwere Corona-Verläufe triggert. Wie aus einer Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung hervorgeht, zeigte die Analyse von mehr als 900.000 Klinikbehandlungen von Corona-Patienten und -Patientinnen, dass 64 Prozent der behandlungsbedürftigen Covid-19-Fälle in Zusammenhang mit Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz standen. Allein 26,2 Prozent der schweren Verläufe seien auf Bluthochdruck zurückzuführen, errechneten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Herzstiftung zufolge. (jg)

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