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Eine Omikron-Infektion schützt nicht ausreichend vor anderen Corona-Mutanten – doch Geimpfte sind im Vorteil

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Von: Juliane Gutmann

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,Personen in der Ankunftshalle am Hauptbahnhof München
Unglaublich viele Menschen infizieren sich aktuell mit dem Omikron-Coronavirus. Was das für ihren weiteren Covid-Schutz bedeutet, haben österreichische Forschende analysiert. (Symbolbild) © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Derzeit stecken sich viele mit der Omikron-Variante an. Kann man danach überhaupt noch schwer an Covid-19 erkranken? Forschende haben eine klare Handlungsempfehlung.

Innerhalb der nächsten Monate wird sich rund die Hälfte der europäischen Bevölkerung mit Corona infizieren. Diese Prophezeiung hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO im Februar 2022 abgegeben. Und sie behielt Recht: Aktuell stecken sich extrem viele Menschen mit der Corona-Variante Omikron an. Diese gilt als hochansteckend, eine Infektion soll allerdings seltener bedrohliche Covid-19-Verläufe nach sich ziehen als etwa Delta. Sie zählen zu denjenigen, die Omikron bereits hinter sich haben? Dann brauchen Sie keine weiteren Corona-Infektionen fürchten – oder?

Aktuell machen Informationen die Runde, dass sich Menschen kurz nach überstandenem Omikron erneut mit Covid-19 anstecken. Dabei soll es auch zu schweren Verläufen kommen können. Österreichische Forschende haben jetzt in einer neuen Studie untersucht, wie gut der Corona-Schutz nach einer Omikron-Infektion ausfällt. Die Essenz ihrer Analyse: Eine Infektion mit Omikron ohne vorangegangene Impfung und ohne vorherige Infektion mit einer anderen Corona-Variante entfaltet wenig Schutz gegen die Corona-Varianten Alpha, Beta, P.1 (Gamma), Delta und die des Wildtyps.

Eine Frau posiert für ein Selfie, während sie mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca im Wanda Metropolitano Stadion in Madrid geimpft wird.
Eine Impfung schützt vor schweren Corona-Verläufen – auch nach überstandener Omikron-Infektion. (Archivbild) © Marta Fernández Jara/dpa

Omikron überstanden – ist man jetzt auch vor anderen Corona-Varianten geschützt?

Die Forschenden um Annika Rössler von der Medical University in Innsbruck konnten in ihrer Analyse nachweisen, dass die Omikron-Variante (BA.1) von Sars-CoV-2 sowohl den Impfschutz als auch die durch andere Corona-Varianten erworbene Immunität unterlaufen kann. Wie das Fachportal Springermedizin weiter informiert, habe sich BA.1 als sogenannte „immune-escape“-Variante erwiesen, wie Durchbruchsinfektionen bei Geimpften und Genesenen belegen. Eine Impfung biete allerdings trotz dessen essentiellen Schutz vor allem für eine Gruppe, so die österreichischen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.

In ihrer Veröffentlichung hatten sie Serumproben inkl. Antikörpertiter von folgenden Personengruppen verglichen (alle hatten Omikron überstanden):

„Wir stellten fest, dass die neutralisierenden Antikörpertiter gegen alle Varianten bei geimpften Personen nach einer Durchbruchinfektion mit Omikron BA.1 und bei geimpften oder ungeimpften Personen, die vor der Infektion mit der Omikron-Variante eine Infektion mit der Wildtyp-, Alpha- oder Delta-Variante durchgemacht hatten, hoch waren“, informieren die Forschenden. Weiter heißt es in ihrer Studie: „Serumproben, die von ungeimpften Personen nach einer Infektion mit der Alpha-, Beta- oder Delta-Variante des Coronavirus (...) gewonnen wurden, haben gezeigt, dass sie die Omikron-Variante nur gelegentlich neutralisieren“. Ergo: Wer sich vor Omikron noch mit keiner anderen Corona-Variante infiziert hat, profitiert von der Impfung.

Ungeimpfte Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen, die zwar Omikron überstanden, aber davor keinen Kontakt zu anderen Corona-Varianten hatten, hatten hauptsächlich Omikron-Antikörper gebildet. Diese entfalten aber keinen ausreichenden Schutz gegen andere Corona-Varianten wie etwa Delta, so die Studienautoren und -autorinnen.

„Trotz gewisser Einschränkungen dieser Studie, einschließlich der geringen Stichprobengröße (...), stützen unsere Daten die Hypothese, dass die Omikron BA.1-Variante eine extrem potente Variante des Immunsystems ist, die nur eine geringe Kreuzreaktivität mit den früheren Varianten aufweist. Daher sind ungeimpfte Personen, die nur mit der Omikron-Variante infiziert sind (ohne vorherige SARS-CoV-2-Infektion), möglicherweise nicht ausreichend gegen eine Infektion mit einer anderen SARS-CoV-2-Variante als Omikron geschützt; für einen vollständigen Schutz ist eine Impfung sinnvoll“, so das Fazit der Forschenden. (jg)

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