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Schlaganfall: Senkt der tägliche Konsum von Milchprodukten das Risiko?

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Von: Jana Ballweber

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Wer sein Risiko auf einen Schlaganfall niedrig halten möchte, sollte nicht vor Milchprodukten zurückschrecken, zeigt eine internationale Studie.

Frankfurt – Dass Joghurt gesund ist, ist nun wirklich keine Neuigkeit mehr. Er gilt als Lieferant für lebenswichtige Eiweiße und Kalzium und ist im täglichen Ernährungsplan vielseitig einsetzbar. Und trotzdem ist die gesundheitsfördernde Wirkung von Milchprodukten immer wieder umstritten.

Dabei können Joghurt und Co. vielleicht sogar noch mehr: In einer Studie untersuchte ein internationales Forschungsteam vor einigen Jahren, ob der tägliche Konsum von Joghurt das Risiko senken könnte, einen Schlaganfall zu erleiden. Schlaganfälle gehören zu den häufigsten schweren Erkrankungen in Deutschland. Die Studie wurde im renommierten Fachmagazin The Lancet veröffentlicht.

Das Foto zeigt eine Schale mit Joghurt, eine Schale mit Müsli, eine mit Beeren und einen Löffel.
Joghurt ist im täglichen Ernährungsplan vielseitig einsetzbar. © IMAGOOleksandr Latkun

Studie: Konsum von Milchprodukten wie Joghurt und Milch senken das Schlaganfall-Risiko

Die Forschenden erfassten mithilfe von Fragebögen, wie häufig die über 130.000 Versuchspersonen, alle zwischen 35 und 70 Jahre alt, welche Arten von Milchprodukten zu sich nahmen. Sie beobachteten die Versuchsgruppe über neun Jahre lang und werteten im Anschluss aus, wie viele der Menschen in diesem Zeitraum verstorben waren oder an Herzschwäche, Schlaganfällen und Herzinfarkten litten.

JoghurtkonsumTodesfälle in der Studie
0 Mal pro Tag3411
Weniger als 0,5 Mal pro Tag2296
0,5 bis 1 Mal pro Tag611
Mehr als 1 Mal pro Tag444

Am Ende der Studie waren knapp 3500 der Versuchspersonen verstorben, die keinen Joghurt gegessen hatten. Von den Teilnehmenden, die mehr als einmal am Tag Joghurt zu sich genommen hatten, nur knapp 450.

Milchprodukte wie Joghurt haben einer Studie zufolge positiven Einfluss auf die Gesundheit

Auch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen kamen seltener vor: Von den Personen, die keinen Joghurt konsumiert hatten, hatten knapp 3000 einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnliches. Mit mehr als einer Portion Joghurt am Tag erkrankten nur gut 380 Proband:innen.

Auch Milch und Käse wirkten sich in der Studie positiv auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems aus. Die Forschenden schließen daraus, dass die Vorteile, die der Konsum von Milchprodukten hat, die Nachteile, wie beispielsweise die Gefahr eines erhöhten Cholesterinspiegels durch den hohen Fettgehalt, ausgleichen können.

Warnung: Zu viele Milchprodukte wie Joghurt könnten trotz niedrigem Schlaganfall-Risiko ungesund sein

Die Studie kann nicht beweisen, dass es tatsächlich der unterschiedlich hohe Konsum von Milchprodukten ist, der die Unterschiede bei der Sterblichkeitsrate hervorruft. Sie zeigt zunächst nur den Hinweis auf einen Zusammenhang, der aber theoretisch auch andere Ursachen haben könnte.

Außerdem ist Vorsicht geboten: Auch bei Milchprodukten gelte es, das richtige Maß zu finden, so das Forschungsteam. Eine Studie in Schweden, einem der Länder mit dem höchsten Konsum von Milchprodukten, habe gezeigt, dass zu viel Milch und Joghurt sich wieder negativ auf die Gesundheit auswirken könnte. (Jana Ballweber)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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