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Höheres Schlaganfallrisiko nach Corona-Impfung? Studien geben Klarheit

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Von: Helena Gries

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Vorbereitete Spritzen für die Corona-Impfung liegen auf einem Tablett.
Die Sorgen vor Nebenwirkungen einer Corona-Impfung sind groß. Neuen Studien zufolge erhöhen die Impfungen jedoch nicht das Risiko für einen Schlaganfall. (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa

Die Sorge vor Nebenwirkungen einer Corona-Impfung ist nach wie vor groß. Studien zufolge erhöhen Impfungen aber nicht das Schlaganfallrisiko. Im Gegenteil.

Frankfurt – Bereits seit Beginn der Impfkampagne mit den Corona-Impfstoffen sorgen die Berichte über mögliche Nebenwirkungen nach einer Impfung für große Skepsis in der Bevölkerung. Besonders von dem Risiko einer Herzmuskelentzündung nach der Impfung mit dem Vakzin von Moderna wurde häufig berichtet. Bezüglich möglicher Nebenwirkungen, besonders in Hinblick auf das Schlaganfallrisiko, gibt es jetzt allerdings Entwarnung.

Neuesten Studien zufolge sollen Corona-Impfungen das Risiko für einen Schlaganfall nicht erhöhen. Im Gegenteil: Forschende berichten, dass die Impfung sogar vor einem Schlaganfall schützen soll. Diese Erkenntnisse könnten besonders mit Blick auf die neuen, auf Omikron angepassten Impfstoffe, interessant sein.

Anzahl der mindestens einmal Geimpften in Deutschland
1. März 20214,3 Millionen
1. September 202155,4 Millionen
1. März 202264,4 Millionen
1. September 202264,8 Millionen
Quelle: Impfdashboard.de

Nebenwirkungen nach Corona-Impfung: Neue Studien zeigen klare Daten

Die Europäische Arzneimittelagentur hat den neuen Corona-Impfstoffen eine Zulassung erteilt. Diese Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sollen auf die Omikron-Varianten angepasst sein und nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Laufe des Septembers Verfügung stehen. Berichte im vergangenen Jahr über das Auftreten von Sinusvenenthrombosen im Gehirn nach der Impfung mit den Vektorimpfstoffen von Astrazeneca und auch von Johnson & Johnson haben das Vertrauen in die Impfstoffe jedoch gedrückt.

Eine Studie der Universität Oxford aus dem Oktober 2021 hatte sogar ein erhöhtes Schlaganfallrisiko nach der Impfung mit dem Corona-Vakzin von Biontech/Pfizer festgestellt. Zahlreiche Menschen stehen daher einer Corona-Impfung aufgrund möglicher Nebenwirkungen skeptisch gegenüber. Doch neue Studien zeigen andere Daten.

Corona-Impfung und Schlaganfall: Risiko bei geimpften Menschen niedriger

Ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um die Medizinerin Maria-Ioanna Stefanou von der Kapodistrianischen Universität Athen hat Daten von 16 verschiedenen Studien ausgewertet und die Ergebnisse Ende August 2022 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht. Die Forschenden erfassten in ihren Untersuchungen über 17.481 Schlaganfälle bei einer Gesamtzahl von über 780 Millionen Corona-Impfungen. Daraus ergebe sich eine Quote von 4,7 Schlaganfällen pro 100.000 Impfungen. Das Schlaganfallrisiko nach einer Corona-Impfung mit Vektor- als auch mit mRNA-Impfstoffen sei somit nicht höher als das allgemeine Schlaganfallrisiko in der Bevölkerung. Die Forschenden fanden sogar heraus, dass das Schlaganfallrisiko bei Geimpften viel niedriger sei als bei Corona-Infizierten, die nicht geimpft sind.

Auch aktuelle Studien aus Frankreich liefern ähnliche Ergebnisse. Die Ende August 2022 von der französischen Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten ANSM in Annals of External Medicine veröffentlichte Studie basiert auf der Auswertung der Daten des French National Health Data System. Diese untersuchte, wie oft Menschen im Alter von 18 bis 75 Herzinfarkte, Lungenembolien oder Schlaganfälle erleiden. Forschende haben dabei rund 70.000 Ereignisse bei 37 Millionen Geimpften gefunden und kamen zu dem Ergebnis, dass es keine Zusammenhänge zwischen mRNA-Impfstoffen und dem Auftreten schwerer Erkrankungen des Herz- und Gefäßsystems bei Geimpften gebe.

Studie: Corona-Impfung kann sogar vor Schlaganfällen schützen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie wertet die Daten der einzelnen Studien ebenfalls positiv. Generalsekretär Peter Berlit bezieht sich zusätzlich auf eine neue Studie aus Korea, welche Daten von über 230.000 Infizierten, darunter über 60.000 ungeimpfte und über 168.000 vollständig geimpfte Menschen, untersucht hat. Die geimpften Teilnehmenden waren zwar älter und hätten mehr Grunderkrankungen, schwere Corona-Verläufe waren in dieser Gruppe allerdings seltener. Daher wurde das Risiko für einen Schlaganfall als nur halb so groß im Vergleich zur Gruppe der ungeimpften Personen bewertet. Ungeimpfte Corona-Infizierte hätten nach Einschätzung von Berlit daher ein höheres Schlaganfallrisiko, die Corona-Impfung könne somit sogar als Schutz vor Schlaganfällen gesehen werden. (hg)

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