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Schlaganfall: Anzeichen bereits zehn Jahre vorher erkennbar 

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Von: Constantin Hoppe

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Bereits bis zu zehn Jahre vor einem Schlaganfall kann sich dieser durch eine Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten andeuten: Forschende warnen:

Frankfurt/Rotterdam – Schlaganfälle gehören zu den häufigsten schweren Erkrankungen in Deutschland: Sie haben eine ein-Jahres-Mortalität von 20 bis 30 Prozent und sind damit eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Im Jahr 2020 starben insgesamt 10.918 Menschen in Deutschland direkt an einem Schlaganfall, 4326 Männer und 6592 Frauen.

Die Ursachen für einen Schlaganfall können vielfältig sein: Stress, falsche Ernährung, Rauchen, hoher Blutdruck oder auch Diabetes zählen unter anderem dazu. Durch eine Störung der Durchblutungsstörung im Gehirn kommt es dabei zu einem plötzlichen Ausfall bestimmter Hirnregionen, was schwere Schäden verursachen kann. Laut einer aktuellen Studie niederländischer Forschender kann sich das Leiden schon Jahre vor dem ersten Schlaganfall durch bestimmte Warnzeichen ankündigen.

Schlaganfall frühzeitig erkennen: Personen jedes Alters können betroffen sein

Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Fast 80 Prozent der Fälle betreffen Personen, die älter sind als 60 Jahre. Doch auch 14.000 Menschen unter 50 Jahren erleiden einen Schlaganfall. Das betrifft zumeist junge Erwachsene, aber auch Kinder können betroffen sein.

Seit 30 Jahren nimmt die Krankheitslast durch Schlaganfälle weltweit stark zu, wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie berichtet. Eine Langzeitstudie des Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam hat nun einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang von kognitiven Fähigkeiten und Schlaganfällen aufgedeckt. Dabei können die ersten Anzeichen für einen drohenden Schlaganfall schon zehn Jahre vor diesem bemerkbar machen.

Kopfschmerzen
80 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 60 Jahre alt. Es kann aber auch Jüngere treffen. © Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

Studie: Schlaganfälle kündigen sich bis zu zehn Jahre im Voraus an

Die niederländischen Forscherinnen und Forscher nahmen dafür im Zeitraum zwischen 1990 und 2016 alle vier Jahre kognitive und körperliche Untersuchungen an 14.712 freiwilligen Teilnehmenden ab 45 Jahren durch. Das Auftreten eines Schlaganfalls wurde durch eine kontinuierliche Überwachung der medizinischen Aufzeichnungen bis 2018 ermittelt. Während der Beobachtungszeit erlitten insgesamt 1662 Teilnehmer einen erstmaligen Schlaganfall.

Auffallend war dabei: Patienten, die einen Schlaganfall erlitten, wichen bis zu zehn Jahre vorher in Bezug auf Kognition und Alltagsfähigkeiten von den schlaganfallfreien Kontrollpersonen ab. Ihre kognitiven Fähigkeiten und ihrer Alltagsfähigkeiten wurden schon vor diesem deutlich schlechter. Frauen und Personen mit geringerem akademischen Grad gelten laut der Studie als besonders anfällig für einen Schlaganfall.

Schlaganfall frühzeitig erkennen: Auf Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten achten

Frühere Studien ließen bereits vermuten, dass sich die Erkrankung vier bis sechs Jahre vorher durch eine Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten sowie durch eine verminderte alltägliche Funktionsfähigkeit zeigen. Laut den Ergebnissen der niederländischen Forscherinnen und Forscher kann sich die Krankheit also sogar noch früher ankündigen.

„Der beschleunigte Rückgang der Kognition und der täglichen Leistungsfähigkeit vor einem Schlaganfall deutet darauf hin, dass Personen mit einem zukünftigen Schlaganfall Jahre vor dem akuten Ereignis an einer Anhäufung von Schäden innerhalb des Gehirns leiden“, sagte der Autor der Studie, Dr. Alis Heshmatollah, der Daily Mail.

Schlaganfall frühzeitig erkennen: Schnelles Handeln ist gefragt

Die ersten Minuten nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. Daher ist es besonders wichtig, einen Schlaganfall und die Symptome zu erkennen. Bei dem Verdacht auf einen Schlaganfall sollte man deshalb umgehend den Rettungsdienst unter der Nummer 112 verständigen und den Verdacht, sowie die festgestellten Symptome schildern.

Zu 100 Jahre DRK - DRK-Notfallsanitäter im Einsatz
Gemeinsam mit einem Helfer bringen Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), eine Seniorin nach einem Schlaganfall in einen Rettungswagen. © Boris Roessler/dpa

Anhand dieser Symptome kann man einen Schlaganfall erkennen

Personen, die bereits unter einem hohen Schlaganfall-Risiko leiden, können versuchen, diesem durch eine gesunde Ernährung oder Sport entgegenzuwirken. Auch die Corona-Impfstoffe standen in Verdacht, das Risiko für Schlaganfälle zu erhöhen – Forschende gegen allerdings Entwarnung. (con)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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