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Mysteriöse Schaufenster-Krankheit: Millionen Menschen sind betroffen

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Von: Karolin Schäfer

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Bei der sogenannten Schaufensterkrankheit oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um eine Durchblutungsstörung in den Gliedmaßen. Krampfartige Schmerzen beim Gehen gehören zu den Symptomen.
Bei der sogenannten Schaufensterkrankheit oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um eine Durchblutungsstörung in den Gliedmaßen. Krampfartige Schmerzen beim Gehen gehören zu den Symptomen. (Symbolfoto) © Christoph Hardt/imago

Schmerzen in den Beinen, reduzierte Lebenserwartung und Amputation: Die Schaufenster-Krankheit ist eine gefährliche Erkrankung. Ein Überblick.

Frankfurt – Wer Muskelschmerzen beim Gehen hat, die immer wieder zu Pausen zwingen, leidet womöglich unter der sogenannten Schaufenster-Krankheit. Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbirgt sich allerdings eine ernstzunehmende Erkrankung der Gefäße: die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).

Die Schaufenster-Krankheit ist eine Verengung der Arterien in den Gliedmaßen, besonders in Becken und Beinen. Das kann enorme Muskelschmerzen hervorrufen. Die Lebensqualität von Betroffenen wird erheblich beeinträchtigt.

Durch die Verengung wird der Blutfluss behindert, weshalb bestimmte Körperteile nicht mehr ausreichend versorgt werden, informierte die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA). Die auftretenden Schmerzen zwingen Betroffene beim Gehen kurzer Strecken immer wieder dazu, stehenzubleiben. Deshalb hat sich auch der im Volksmund bekannte Name „Schaufenster-Krankheit“ entwickelt.

Schaufenster-Krankheit: Auf diese Symptome sollten Betroffene achten

Der DGA zufolge sei das aber „viel zu verharmlosend“, da Betroffene eine „deutlich reduzierte Lebenserwartung“ um etwa 10 Jahre hätten. Im Anfangsstadium läuft die Krankheit oft beschwerdefrei, kann aber gleichzeitig als Vorbote für Herzinfarkt und Schlaganfall gelten. Deshalb ist ein frühes Erkennen der Symptome für den weiteren Krankheitsverlauf entscheidend. Diese Anzeichen deuten laut DGA auf pAVK hin:

Schaufenster-Krankheit: Männer sind häufiger als Frauen betroffen

Bei Fortschreiten der Erkrankung können die Schmerzen bereits im Ruhezustand oder im Schlaf auftreten, berichtete die Uniklinik Ulm. Bei Nichtbehandlung und andauernder Durchblutungsstörung kann Gewebe absterben, die Gefahr von Blutvergiftung und Amputation besteht.

Männer sind besonders häufig von pAVK betroffen, viermal häufiger als Frauen. Laut Ärzteblatt leiden mehr als 4,5 Millionen Menschen in Deutschland unter der Erkrankung, vor allem im höheren Alter. Ab 65 Jahren sei davon rund jede fünfte Person asymptomatisch betroffen.

Schaufenster-Krankheit: Welche Ursachen dahinter stecken

Ursachen von pAVK sind vor allem Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose), die durch Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes begünstigt werden. Meist sind dabei nicht nur die Gefäße in den Beinen, sondern im gesamten Körper verengt, betonte die DGA. Deshalb bestehe auch ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. „Über 75 Prozent aller PAVKPatienten sterben im weiteren Verlauf daran“, so die DGA.

Wenn die Diagnose früh gestellt wird, bestehen bei der Behandlung der Schaufenster-Krankheit gute Chancen. Oft werden Medikamente verschrieben, die die Durchblutung fördern. In einigen Fällen können auch operative Eingriffe nötig sein, um verengte Gefäße offenzuhalten oder mit künstlichem beziehungsweise körpereigenem Gewebe zu überbrücken, teilte die Uniklinik Ulm mit.

Schaufenster-Krankheit - Das sollten Betroffene laut DGE beachten:

Nicht nur die Schaufenster-Krankheit kann unbemerkt bleiben. Auch ein Schlaganfall kann auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar sein. Der sogenannte stumme Schlaganfall geht meist ohne Symptome einher. (kas)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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