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Zu viel Salz ist ungesund, zu wenig kann auch schaden – Auf diese Symptome sollten Sie achten

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Von: Tanja Koch

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Einige Menschen sollten darauf achten, wenig Salz zu konsumieren – doch zu wenig kann auch ungesund sein.
Einige Menschen sollten darauf achten, wenig Salz zu konsumieren – doch zu wenig kann auch ungesund sein. © CHASSENET/BSIP/IMAGO

Seit Jahren ist hoher Salzkonsum in der Wissenschaft als medizinisches Risiko bekannt. Doch das Credo „so wenig wie möglich“ gilt nicht für jede:n.

Bonn/New Orleans – Neben seinen strengen Empfehlungen zur Corona-Pandemie ist Gesundheitsminister Karl Lauterbach noch für etwas anderes bekannt: Er verzichtet auf Salz. Tatsächlich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), täglich höchstens sechs Gramm Salz zu verzehren, das entspricht einem Teelöffel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät zu fünf Gramm. Kinder sollten noch weniger Salz zu sich nehmen, für Kleinkinder sollte komplett ohne Salz gekocht werden.

Seit Jahren warnen Ernährungsforscher, Fachgesellschaften und Mediziner, dass wir zu viel Salz essen. Studien zeigen, dass zu viel Salz im Essen der Gesundheit schadet – zu wenig kann aber auch schädlich sein.

Tatsächlich nehmen laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer in Deutschland mehr als sechs Gramm Speisesalz pro Tag zu sich. 39 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer nehmen mehr als zehn Gramm pro Tag zu sich und bei 15 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer sind es gar mehr als 15 Gramm täglich. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konsumieren vor allem Männer, Kinder und Jugendliche zu viel Salz.

Ernährung: Hoher Salzkonsum kann Bluthochdruck auslösen

Mit einem hohen Salzkonsum gehen allerdings gesundheitliche Risiken einher, warnt die DGE, vor allem Bluthochdruck. Der wiederum sei einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zudem sei eine hohe Speisesalzzufuhr mehreren Studien zufolge mit einem erhöhten Magenkrebsrisiko verbunden. Auch das Immunsystem soll bei zu viel Salz leiden, was chronische Krankheiten begünstigen kann.

Wer folgende Anzeichen an sich erkennt, sollte deshalb hellhörig werden und seine Gesundheit ärztlich prüfen lassen:

Salzhaltige Ernährung: Viele Lebensmittel enthalten überraschend viel Salz

Das Problem: Salz ist in vielen Lebensmitteln enthalten, auch in solchen, bei denen man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Doch nicht nur das in Lebensmitteln bereits enthaltene Salz ist problematisch – auch das ständige Nachsalzen von Gerichten kann gefährlich sein. Das berichteten US-Wissenschaftler:innen kürzlich im Fachblatt „European Heart Journal“. Männer, die beim Essen häufig zum Salzstreuer griffen, hätten eine um gut zwei Jahre verringerte Lebenserwartung, Frauen verkürzten ihre Lebensspanne um anderthalb Jahre, so das Ergebnis der Studie mit 500.000 Teilnehmenden.

Insgesamt hätten Nachsalzer verglichen mit Menschen, die nie oder selten Salz zugaben, ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko, vorzeitig zu sterben. In der westlichen Ernährung mache dieses Nachsalzen am Tisch 6 bis 20 Prozent der gesamten Salzaufnahme aus, erklärt Hauptautor und Ernährungswissenschaftler Lu Qi. Die Studie ergab allerdings auch, dass jene Salz-Liebhaber, die besonders viel Obst und Gemüse essen, ein etwas geringeres Sterberisiko hatten. „Dieses Ergebnis hat uns nicht überrascht, da Obst und Gemüse wichtige Quellen für Kalium sind, das eine schützende Wirkung hat und mit einem geringeren Risiko eines vorzeitigen Todes in Verbindung gebracht wird“, sagt Qi.

Studie zu Salzkonsum zeigt: Natrium und Chlorid sind für Flüssigkeitshaushalt unabdingbar

Doch auch zu wenig Salz kann schädlich sein. Speisesalz besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid (NaCl) und stellt die Hauptquelle in unserer Ernährung für Natrium und Chlorid da – Stoffe, die zentral für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts der Zellen sind.

Schon vor Jahren sorgte eine Studie kanadischer Wissenschaftler für Aufsehen, der zufolge extremer Salzverzicht bei Menschen mit normalem Blutdruck sogar zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen könne. Ein höherer Salzkonsum führte in dieser Gruppe nicht zu mehr Herzinfarkten und Schlaganfällen, erst ab gut zwölf Gramm Salz oder fünf Gramm reinen Natriums bestünden gesundheitliche Risiken, hieß es.

Die Mediziner empfahlen daher eine natriumarme Kost eher für Menschen mit Bluthochdruck, die bislang sehr viel Salz zu sich genommen hätten. Auch eine chinesische Beobachtungsstudie stellte fest, dass sich bei bestimmten Formen der Herzinsuffizienz eine besonders salzarme Kost negativ auswirken könnte. Sich ein Beispiel an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu nehmen, ist also nicht pauschal empfehlenswert. (tk mit dpa)

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