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Bakterien sind verantwortlich für Infektionskrankheiten.

Infektionen

Resistente Keime vernichten

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Forscher suchen nach neuartigen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten.

Gefährliche Krankheitserreger, die auf kein Antibiotikum mehr reagieren, stellen weltweit ein zunehmendes Problem dar. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Universität Greifswald und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wollen im Kampf gegen resistente Bakterien wie Staphylokokken oder MRSA-Keime neuartige Wirkstoffe entwickeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt bis Ende 2019 mit rund einer Million Euro.

Als Ansatzpunkt für ihre Suche nach neuen Wirkstoffen nutzen die Wissenschaftlern die Pyruvatkinase, ein Enzym in Bakterien, das für den Stoffwechsel der Mikroorganismen von zentraler Bedeutung ist. Die Idee: Gelänge es, dieses Enzym auszuschalten, würde das den Stoffwechsel der Krankheitserreger behindern – und diese so letztlich unschädlich machen. „Bisher gibt es keine Antibiotika, die direkt auf die Pyruvatkinase abzielen“, sagt Andreas Hilgeroth vom Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität: „Das macht sie für die Erforschung und Erprobung neuer Wirkstoffe interessant, denn somit können auch bestehende Antibiotikaresistenzen gebrochen werden.“

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie eine solche Substanz aufgebaut sein müsste, um optimal gegen Bakterien wirken zu können. Zu diesem Zweck erforschen sie die Struktur des Enzyms und suchen darin nach besonders markanten Abschnitten, die es in dieser Form weder in anderen Bakterien noch im menschlichen Körper gibt. Und für diese Stellen wollen sie dann gezielt Substanzen entwickeln, die ausschließlich dort andocken können. Auf diese Weise sollen die Nebenwirkungen des potenziellen Medikaments minimiert werden. „Das Ganze kann man sich wie einen Schlüssel vorstellen, der nur in ein bestimmtes Schloss passt“, erläutert Andreas Hilgeroth. 

Infektionsbiologen der Universität Würzburg um Knut Ohlsen sollen die neuen Substanzen dann auf ihre antimikrobiellen, aber auch ihre toxischen Eigenschaften hin überprüfen. Vor allem geht es darum, herauszufinden, welche unerwünschten Nebenwirkungen sie haben könnten – und ob sie tatsächlich nur die Bakterien angreifen und nicht doch auch menschliche Zellen. 

An der Universität Greifswald schließlich werden Wissenschaftler um Michael Laik vom Institut für Biochemie die Wirksamkeit der Substanzen und ihre Auswirkungen für den Stoffwechsel der Bakterien erforschen. 

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