1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Protein-Überschuss: Kann zu viel Eiweiß der Gesundheit schaden?

Erstellt:

Von: Sandra Kathe

Kommentare

Kaum ein anderer Nährstoff ist für den Menschen so wichtig wie Eiweiß. Doch kann zu viel Protein auch schaden? (Symbolfoto)
Kaum ein anderer Nährstoff ist für den Menschen so wichtig wie Eiweiß. Doch kann zu viel Protein auch schaden? (Symbolfoto) © YAY Images/Imago

Beim Thema gesunde Ernährung thematisieren Ratgeber und Werbung häufig Proteine. Doch Forschende warnen auch vor zu viel Eiweiß.

Frankfurt – Protein-Shakes, Protein-Riegel, Protein-Müslis – an vielen Stellen wird Eiweißreiche-Ernährung stark propagiert. Doch so wichtig Protein für den Körper auch ist – eine Überdosis sollte trotzdem vermieden werden.

Die von Fachleuten empfohlene Proteinzufuhr pro Tag liegt laut den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene zwischen 19 und 65 Jahren bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, für ältere Menschen empfiehlt die DGE 1,0 Gramm pro Kilo. In dieser Menge ist Protein für den Körper äußerst wichtig, denn es erfüllt ganz unterschiedliche Funktionen.

AlterEmpfohlene tägliche Protein-Menge
Kinder (1-4 Jahre)1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
Erwachsene (19-65 Jahre)0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
Ältere Menschen1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
Quelle: DGE

Ernährung: Protein-Bedarf des Menschen - Rund 56 Gramm Eiweiß bei 70 Kilo Gewicht

Zu rund sieben bis 13 Kilo bestehe der menschliche Körper je nach Alter aus Proteinen heißt es auf der Website der DGE, vor allem für „Muskeln und Knochen, Organe, viele Hormone, Blut und die Antikörper des Immunsystems“ seien Proteine „zentrale Bausteine“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur eine Mitarbeiterin der Organisation.

Konkret bedeute die Empfehlung der DGE, dass ein 70 Kilogramm schwerer Mensch täglich um die 56 Gramm Eiweiß täglich zu sich nehmen sollte. Proteinhaltige Lebensmittel sind laut DGE etwa:

Gesundheit und proteinreiche Lebensmittel: Auf die Mischung kommt es an

Dabei unterscheiden Fachleute in Lebensmittel mit hoher Eiweißqualität, aus denen viel Körperprotein gewonnen werden kann und solchen, bei denen weniger wichtige Proteine im Körper verbleiben. Besonders hoch sei die Eiweißqualität etwa bei Eiern, fettarmen Milchprodukten und wenig fetthaltigen Fleisch- und Fischgerichten, aber auch pflanzliche Eiweißlieferanten wie Hülsenfrüchte und Getreide kämen in Kombination auf eine gute Eiweißqualität, die im Körper gut weiterverwertet werden kann.

Doch insgesamt sind sich Ernährungswissenschaftler:innen vor allem darüber einig, dass eine gesunde Mischung für den Körper besser ist als eine übermäßige Eiweißzufuhr. So empfehlen Forschende etwa Proteine eher mit Vollkornbrot zu kombinieren als mit extrem kohlehydratehaltigem Weißbrot oder Mais, weil durch die gesteigerte Insulinproduktion dann die Fettverbrennung verlangsamt würde. Auch Obst und Gemüse seien gute Begleiter für eine proteinreiche Ernährung, weil sie als Basenlieferanten, Säuren ausgleichen, die entstehen wenn Proteine im Stoffwechsel verarbeitet werden. Auch ausreichendes Trinken sei wichtig, weil beim Stoffwechsel Harnstoff ensteht, der über den Urin ausgeschieden werden muss, weil sonst die Niere geschädigt würde.

Wie viel Eiweiß ist schädlich? Übermäßige Protein-Zufuhr kann Niere schaden

Nachgewiesenermaßen schädlich sei zu viel Eiweiß vor allem bei Säuglingen, die durch zu viel Protein während der Schwangerschaft ein größeres Risiko hätten, übergewichtig zu werden, schreibt die DGE auf ihrer Website. Auch könne sich in der Folge möglicherweise eine Vergrößerung der Niere entwickeln. Bei Patient:innen mit Nierenschäden kann eine übermäßige Proteinzufuhr ebenfalls schnell für eine Verschlechterung ihrer Nierenfunktion sorgen.

Gesunden Menschen droht womöglich laut einer Veröffentlichung im Online-Magazin Harvard Health Publishing der medizinischen Fakultät der US-Eliteschule ein höheres Risiko für die Bildung von Nierensteinen. Außerdem stehe eine Proteinreiche-Diät mit viel rotem Fleisch und gesättigten Fettsäuren eher in Zusammenhang mit Herzkrankheiten und Darmkrebs. (ska)

Auch interessant

Kommentare