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Miley Cyrus ist unter die Höhlenmenschen gegangen – jedenfalls ernährungstechnisch.
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Miley Cyrus ist unter die Höhlenmenschen gegangen – jedenfalls ernährungstechnisch.

Paleo-Diät

Promis setzen auf Steinzeit-Ernährung

Das Prinzip klingt simpel: Nur das essen, was unsere Ahnen vor Tausenden von Jahren schon gejagt oder gesammelt haben. Prominente wie Miley Cyrus oder Megan Fox halten sich mit der Paleo- oder Steinzeit-Diät schlank. Die Ernährungsweise ist, wen wundert's, nicht unumstritten.

Von Maria Müller

Der neueste Schrei in Hollywood: Speisen wie die Höhlenmenschen vor Tausenden von Jahren. Dem Trend namens Paleo-Diät folgen inzwischen viele Stars: Megan Fox, Jessica Biel und Matthew McConaughey soll das Paleo-Fieber gepackt haben. Auch der ehemalige Kinderstar Miley Cyrus nimmt nur noch das zu sich, was unsere Vorfahren als Jäger und Sammler zwischen die Zähne bekamen. Der Gedanke dahinter: Unsere Gene sind seit der Altsteinzeit die gleichen, deshalb kann auch nur das für den Körper gut sein, was es damals schon gab.

Bei Miley Cyrus hat die ungewöhnliche Ernährungsweise angeblich auch einen gesundheitlichen Grund: Die Sängerin soll an einer Gluten-Allergie leiden. Das kommt vor allem in Getreideprodukten vor – und die sind für Paleo-Fans streng verboten.

Kein Brot, keine Milch, kein Zucker

Das Prinzip der Diät ist einfach: Alles was es damals nicht gab, kommt auch heute nicht auf den Teller. Dass dabei industriell verarbeitetes Essen absolut tabu ist, versteht sich von selbst. So sind auch Brot und Nudeln gestrichen – nicht nur weil diese meist industriell hergestellt werden, sondern auch, weil laut der Paleo-Befürworter damals nichts Getreidehaltiges gegessen wurde. Von Zucker, der nicht als natürliche Fructose in Obst vorkommt, müssen Steinzeit-Diätler auch absehen.

Das Thema Milchprodukte hingegen ist schwieriger: Viele Steinzeit-Esser lassen sie komplett weg. Sie argumentieren: Kühe und andere Milchtiere wurden erst vor etwa 8000 Jahren domestiziert. Deshalb gebe es noch heute Bevölkerungsgruppen, die fast zu hundert Prozent Laktose-intolerant sind. Auch könnten Hormone und bestimmte Proteine aus Milchprodukten zu gesundheitlichen Problemen führen.

Manche Paleo-Befürworter verzichten deshalb konsequent auf Milchprodukte, andere sind in dieser Hinsicht nicht so streng. Auf der Website „Paleosophie“ heißt es: „Auch wenn das Thema Milch kontrovers diskutiert wird und einige Paleo-Anhänger bestimmte Milchprodukte wieder zulassen, sollte man zumindest am Anfang konsequent sein.“

Was darf überhaupt noch auf den Speiseplan? „Fleisch, Fisch, Eier so viel du essen kannst“, heißt es auf der Website weiter. Außerdem Gemüse, am besten in allen Farben, dazu Obst, Nüsse und Kräuter.

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Keine Low-Carb-Diät – eine Lebenseinstellung

Diät-Kennern fällt sicherlich die Ähnlichkeit zu üblichen Low-Carb-Diäten auf, bei denen die Kohlenhydratzufuhr heruntergesetzt und auf Eiweiß als Energielieferant gesetzt wird. Nico Richter sieht das anders: „Bei Low-Carb Diäten werden lediglich bestimmte Nahrungsmittel weggelassen, Paleo setzt hingegen vor allem auf Qualität, besonders bei den Fettquellen.“ erklärt der Betreiber der Website „www.Paleo360.de“. „Bei der Paleo-Ernährung sind Kohlenhydrate in Form von Obst, Süßkartoffeln oder Wurzelgemüse erlaubt.“

Für Anhänger der Steinzeit-Ernährung wie Nico Richter ist Paleo außerdem keine kurzfristige Abnehm-Diät: Für sie steckt eine ganze Lebenseinstellung dahinter. Viele Paleo-Anhänger sehen in hochgradig verarbeiteten Lebensmitteln und den chemischen Zusätzen einen Grund für die inden letzten Jahrzehnten immer häufiger auftretenden Zivilisationskrankheiten, Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten. Deshalb wollen sie sie sich ganz nach dem Motto „Back to Basics“ ernähren.

Niemand kennt die Speisepläne von damals

Die Ernährungsumstellung nach Paleo-Plan ist jedoch hoch umstritten. Das einleuchtende Argument der Skeptiker: Steinzeitmenschen waren auch deshalb so schlank, weil sie den ganzen Tag in Bewegung waren. Damals war viel Fleisch als Haupt-Energielieferant notwendig – ganz anders als in der heutigen Zeit, in der wir uns nicht mehr anstrengen müssen, um überhaupt etwas zu Essen auf den Tisch zu bekommen.

Ein weiterer Punkt ist, dass es falsch wäre zu behaupten, man wisse heute ganz genau, was in der Steinzeit gegessen wurde. Hinzu kommt, dass sich unsere Spezies inzwischen in jeden Winkel des Planeten ausgebreitet hat und zudem weiter wächst. Es ist somit schwer vorstellbar, dass die Veränderungen im Ernährungsplan der Menschen, also unter anderem der Zusatz von Milch und Getreide, wirklich so schlecht für den Körper sind.

Hauptsache nichts Verarbeitetes

Dennoch hat die Paleo-Diät Ansätze, die unbestreitbar zu einer gesunderen Lebensweise führen können. Das sei auch eher das Ziel dieser speziellen Essensphilosophie, sagt Nico Richter. Man solle nicht dogmatisch an die Sache rangehen, sondern die Ernährungsweisen der Steinzeit als Richtlinien nehmen, um sich dauerhaft gesünder zu ernähren. Dazu gehöre an erster Stelle der Verzicht auf industriell verarbeitete Speisen.

Wer eine hundertprozentige Paleo-Diät in Betracht zieht, sollte sich Folgendes bewusst machen: Nie wieder Wurst und Käse auf den Tisch, nie wieder Milch in den Kaffee, nie wieder irgendetwas Zuckerhaltiges. Und, was für die meisten Deutschen vermutlich die größte Umstellung darstellen würde: Nie wieder ein Frühstücks- oder Abendbrot.

Sie halten die Steinzeit-Diät schon für verrückt? Mit welchen Methoden manche Hollywoodstars noch so gegen ihre Pfunde vorgehen, zeigt die Bildergalerie.

Leseempfehlungen zum Thema Ernährung

Wissenschaftler haben verschiedene Ernährungsformen und ihre Auswirkungen auf Typ-2-Diabetes untersucht. Sie kommen zum Schluss, dass die so genannte „Mittelmeer-Diät“ am besten hilft. Die Paleo-Diät - die Ernährung wie in der Steinzeit - verändert dagegen die Darmflora und kann dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern, zeigt eine neue Studie.

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