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Kind putzt Zähne
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Bereits Kinder können von der neuen „Volkskrankheit“ betroffen sein. (Symbolfoto)

Gesundheit

Neue „Volkskrankheit“ macht sich in Deutschland breit – Schon Kinder sind betroffen

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Neben Karies macht sich in Deutschland eine neue „Volkskrankheit“ breit. Fachleute warnen davor.

Frankfurt – Die Zähne tun weh, sie sind fleckig und ihre Oberfläche fühlt sich nicht mehr glatt an. Dabei könnte es sich um eine neue „Volkskrankheit“ handeln. Fachleute warnen davor – und verweisen darauf, dass diese sowohl junge als auch alte Menschen betreffen kann. Es handelt sich um die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) – auch Kreidezähne genannt.

Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) sind bereits zehn bis 15 % aller Kinder davon betroffen. Bei Zwölfjährigen liegt dieser Wert sogar bei 30 %. Kreidezähne machen sich durch Schmerzen beim Essen, Trinken oder Zähneputzen bemerkbar. Hinzu kommt die optische Komponente: Es bilden sich weißliche, bräunliche oder gelbliche Stellen auf der Zahnoberfläche.

Kreidezähne als „Volkskrankheit“ – Was dahinter steckt

Das Phänomen entsteht, sobald eine Schicht des Zahnschmelzes zerstört wird, konkret: die Mineralisation. Die Ursachenforschung dazu ist längst nicht abgeschlossen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonen die Notwendigkeit weiterer Studien auf diesem Feld. „Eine wesentliche Rolle bei der Entstehung scheinen Weichmacher aus Kunststoffen zu spielen, die mit der Nahrung aufgenommen werden“, teilt die DGZMK mit. Plastik ist also ein zentraler Faktor. Hinzu kommen weitere Faktoren, wie Antibiotika, Dioxine oder Infektionskrankheiten.

Kreidezähne verursachen nicht nur Schmerzen beim Essen oder Trinken, sondern machen sich auch optisch bemerkbar.

Plastik scheint jedoch einen großen Anteil zu haben. Ein Weichmacher, der in zahlreichen Produkten enthalten ist, ist Bisphenol-A – kurz: BPA. BPA ist eines der am häufigsten verwendeten Chemikalien. „Bisphenol A ist vor allem dadurch bekannt geworden, dass es in sehr vielen Produkten für Verbraucher, wie etwa in Camping- und Mikrowellengeschirr sowie Kofferhüllen enthalten ist. Es ist ein Grundbaustein des Kunststoffs Polycarbonat. Beim Erhitzen oder wenn der Kunststoff nicht sorgfältig produziert wurde, kann es sich daraus lösen“, erklärt die Verbraucherzentrale diesbezüglich. BPA kann des Hormonhaushalts stören und Schäden an Organen, wie der Leber oder der Niere, hervorrufen.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine ärztliche Einschätzung eines möglichen Gesundheitsproblems. Falls Sie betroffen sind, suchen Sie einen Zahnarzt auf.

Das Plastik wird natürlich nicht direkt über die Nahrung aufgenommen, sondern über die Verpackung. Es lässt sich den Fachleuten zufolge im Alltag nur schwer vermeiden. Verpackungen, Plastikgeschirr, Kassenbons, Parkscheine, Schnuller, Getränkedosen – die Liste an Beispielen ist lang.

Das können Sie gegen Kreidezähne tun

Die DGZMK empfiehlt vor allem Eltern, bei Kleinkindern darauf zu achten, den Kontakt zu den genannten Beispielen zu vermeiden. Bis zum vierten Lebensjahr entwickelt sich der Zahnschmelz maßgeblich. In dieser Phase sind die Zähne am anfälligsten. Allerdings gilt diese Empfehlung auch für alle anderen Menschen.

Falls Kreidezähne auftreten, empfehlen die Fachleute eine Behandlung beim Zahnarzt. „Eine professionelle zahnärztliche Behandlung [...] ist unerlässlich. Die gewählte Therapie ist abhängig vom Ausprägungsgrad der MIH“, heißt es. Als Basisbehandlung werden regelmäßige Zahnreinigungen, Mundhygieneanleitungen und die Verwendung hoch konzentrierter Fluoridpräparate genannt. (tu)

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