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Coronavirus mutiert in infizierten Personen: Mann 505 Tage lang positiv

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Von: Sarah Neumeyer

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Diese vom National Institute of Allergy and Infectious Disease (NIAID) rasterelektronenmikroskopische Aufnahme zeigt eine Zelle (blaugrün), die mit SARS-CoV-2-Viruspartikeln der Variante B.1.1.7 (orange) infiziert ist.
Diese vom National Institute of Allergy and Infectious Disease (NIAID) rasterelektronenmikroskopische Aufnahme zeigt eine Zelle (blaugrün), die mit SARS-CoV-2-Viruspartikeln der Variante B.1.1.7 (orange) infiziert ist. © AFP/NATIONAL INSTITUTE OF ALLERGY AND INFECTIOUS DISEASES/HANDOUT

Das Coronavirus kann in immungeschwächten Personen mutieren. Das haben Forschende aus Großbritannien herausgefunden.

London – Wer krank zuhause im Bett liegt, für den fühlt sich diese Zeit häufig wie eine Ewigkeit an. Zehn Tage müssen sich Personen mit einer Corona-Infektion aktuell isolieren. Doch die längste derzeit bekannte Infektion dauerte deutlich länger als das – insgesamt 505 Tage wurde ein Mann aus Großbritannien vor seinem Tod positiv aus das Coronavirus getestet. Das teilten Forschende des King‘s College London und des St Thomas‘ NHS Foundation Trust mit. Bislang dauerte die längste bekannte Infektion 335 Tage.

Der Mann war einer von insgesamt neun immungeschwächten Patientinnen und Patienten, die von den Forschenden untersucht wurden. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie sich Sars-Cov-2 bei immungeschwächten Patienten verändert, teilen die Forschenden in einer Mitteilung mit.

Corona-Studie untersucht Personen mit Immunschwäche – Infektion dauert durchschnittlich 73 Tage

Die Corona-Infektionen der Studienteilnehmerinnen und -Studienteilnehmer hielten im Durchschnitt 73 Tage lang an. Bei zwei Personen dauerte die Infektion sogar mehr als ein Jahr. Bei Menschen mit funktionierendem Immunsystem dauert eine Corona-Infektion in der Regel ein bis zwei Wochen. Auch wenn das Virus noch bis zu 90 Tage per PCR-Test nachgewiesen werden kann, ist es nicht mehr in der Lage, sich zu replizieren.

Die Studie lieferte laut dem Forschungsteam um Studienleiter Dr. Luke Blagdon Snell Beweise dafür, dass bei immungeschwächten Personen neue Corona-Varianten entstehen können. Bei fünf der neun Patienten konnten die Forschenden mindestens eine Mutation feststellen, die zu den besorgniserregenden Varianten gehört. Einige Personen entwickelten mehrere Mutationen. Bei einer Person enthielt das Virus insgesamt zehn Mutationen, die einzeln in bedenklichen Varianten, wie der Alpha-, Gamma- und Omikron-Variante auftreten.

Corona-Studie: Bei immungeschwächten Personen können sich neue Varianten entwickeln

„Das ist ein Beweis dafür, dass die Mutationen, die in den besorgniserregenden Varianten gefunden wurden, bei immungeschwächten Patienten auftreten“, teilte Snell mit. Dies unterstütze wiederum die Idee, dass sich bei immungeschwächten Personen neue Varianten der Viren entwickeln können.

Für immungeschwächte Personen wird aktuelle eine vierte Corona-Impfung empfohlen.

„Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass keine der Personen in unserer Studie neue Varianten entwickelt hat, die zu weit verbreiteten bedenklichen Varianten wurden.“ Ob Varianten wie Alpha, Delta und Omikron auf diese Weise entstanden sind, sei laut den Forschenden unklar. (sne mit dpa)

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