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Mundgeruch endgültig loswerden: Neue Studie zeigt, was hilft

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Von: Vivian Werg

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Mundgeruch ist ein Thema, über das niemand gerne offen spricht. Dabei leidet jeder vierte Deutsche darunter. Eine Studie zeigt, was man dagegen tun kann.

Frankfurt – Viele Menschen meiden Speisen, die Zwiebel oder Knoblauch enthalten, weil sie erheblichen Mundgeruch verursachen können, der zeitweise mehrere Tage anhalten kann. Doch schlechter Atem nach dem Genuss bestimmter Nahrung ist in der Regel nur vorübergehend. Bei dauerhaftem Mundgeruch ist das anders. Wie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) informiert, leiden etwa 25 Prozent der Bevölkerung unter dieser Form des Mundgeruchs. Mit steigendem Lebensalter nimm die Zahl der Betroffenen noch einmal zu.

Entgegen gängiger Meinung entsteht Mundgeruch meist nicht im Magen-Darm-Bereich, sondern in circa 90 Prozent der Fälle in der Mundhöhle selbst. Eine neue Studie zeigt, wie man schlechten Atem effektiv bekämpfen kann.

Jeder vierte Deutsche leidet darunter. Eine Studie zeigt, wie man effektiv Mundgeruch bekämpfen kann
Mundgeruch: ein Thema, über das niemand gerne spricht (Symbolbild) © jensrother via www.imago-images.de

Neue Studie: Probiotische Bakterien mildern Mundgeruch

Ein Forschungsteam um Longjiang Li von der Sichuan University in Chengdu (China) hat in einer Studie herausgefunden, dass die Gabe von probiotischen Bakterien Mundgeruch abmildern kann.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von mehreren Studien, die die Wirkung von Probiotika auf den wahrnehmbaren und messbaren Mundgeruch untersucht haben. Demnach reduzieren die durch Kaugummis oder Lutschtabletten verabreichten Probiotika vor allem die Entstehung flüchtiger und stinkender Schwefelverbindungen, insbesondere von Schwefelwasserstoff.

„Mundgeruch hat erhebliche Auswirkungen auf die tägliche Arbeit und die sozialen Aktivitäten der Patientinnen und Patienten und kann sogar zu häufigen psychischen Problemen, wie Angstzuständen, Depressionen und sozialer Isolation, führen“, schreiben die Forscherinnen und Forscher.

Wirksamkeit von Probiotika gegen Mundgeruch

„Gemäß den vorliegenden Studien reduziert die probiotische Therapie die Konzentrationen von Geruchsstoffen, indem sie den Abbau von Aminosäuren und Proteinen durch anaerobe Bakterien hemmt“, schreiben die Studienautorinnen- und autoren.

Der Studie zufolge kommen anaerobe Bakterien für ihren Stoffwechsel ohne Sauerstoff aus und können tief in den Zungenspalten und anderen Ritzen des Mundraums sitzen. Sie werden durch die probiotischen Bakterien in ihrem Wachstum gehemmt.

Weltweit leide etwa ein Viertel aller Menschen zumindest zeitweise an unangenehmem Mundgeruch, medizinisch Halitosis genannt. Bei etwa sechs Prozent der Menschen ist der Mundgeruch chronisch. Oft sind die Gründe für schlechten Atem harmlos, aber nicht immer. Auch ernste Erkrankungen können manchmal dahinterstecken.

Mundgeruch: Die häufigste Ursache

In mehr als 90 Prozent der Fälle sind Mikroorganismen in der Mundhöhle für den Geruch verantwortlich. Im Mund sind vor allem Bakterien in den Vertiefungen der Zunge, die durch den Abbau von organischen Substanzen übelriechende Gase erzeugen. Die Mikroorganismen können aber auch auf den Zähnen und in Zahnfleischtaschen sitzen. Solche Bakterien können Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis) und des Zahnhalteapparates (Parodontitis) hervorrufen. 

Damit geruchsbildende Bakterien im Mund erst gar nicht entstehen können, empfehlen Zahnärzte einfache Vorbeugungsmaßnahmen:

Die Halitosis wird oft durch Zahnsteinentfernung, professionelle Zahnreinigung und Zungenreinigung behandelt. Teilweise kommen auch Mundwaschungen, Antibiotika und seit einigen Jahren Probiotika zum Einsatz. (Vivian Werg)

Anmerkung der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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