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Milchkonsum als Risikofaktor: Trinken steigert Gefahr von Parkinson-Erkrankung

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Von: Karolin Schäfer

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Einer Studie zufolge soll der Konsum von Milch das Risiko von Parkinson erhöhen.
Einer Studie zufolge soll der Konsum von Milch das Risiko von Parkinson erhöhen. © Inga Kjer/dpa

Parkinson zählt zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Forschende aus San Marino identifizieren Milch als Risikofaktor.

Falciano – Steife Muskeln, verlangsamte Bewegung und unkontrollierbares Zittern – das sind nur einige Symptome, die bei Betroffenen von Parkinson auftreten. Parkinson ist eine Erkrankung des Gehirns, die vor allem im höheren Alter auftritt.

Nach Angaben der Deutschen Parkinson Vereinigung kommt die neurologische Krankheit bei etwa einem Prozent der über 60-Jährigen in Deutschland vor. „Die Zahl der betroffenen Patienten wird hierzulande auf 240.000 bis 280.000 geschätzt“, hieß es seitens der Vereinigung. Dabei seien Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen.

Parkinson: Studie untersucht Ernährung auf Häufigkeit und Verlauf der Erkrankung

Parkinson ist in den meisten Fällen nicht erblich bedingt. Einerseits sterben im Gehirn der Betroffenen Nervenzellen ab, andererseits mangelt es am Botenstoff Dopamin. Dieser Mangel ist im Wesentlichen für den Kontrollverlust der Muskeln verantwortlich. Inzwischen hat man verschiedene Risikofaktoren identifiziert, die die Erkrankung begünstigen, darunter Medikamenten- und Drogenmissbrauch oder langjährige Arbeit mit Pestiziden. Auch eine Grippeinfektion soll das Parkinson-Risiko begünstigen. Eine umfangreiche Metastudie hat nun weitere Risikofaktoren untersucht.

Dabei spielt offenbar die Ernährung eine entscheidende Rolle. Unter der Leitung von Vittorio Emanuele Bianchi, Direktor des Zentrums für Ernährung, Endokrinologie und Stoffwechsel in der Republik San Marino, wurden zwischen 2000 und 2022 insgesamt 52 Studien unter die Lupe genommen. Diese erforschten die Auswirkungen von Mangelernährung und mediterraner Ernährung auf die Häufigkeit und den Verlauf von Parkinson. Zudem lieferten die ausgewählten Studien unter anderem Hinweise auf den Zusammenhang von Mikrobiota, Polyphenolen, Milchprodukten und Kaffeekonsum.

Parkinson: Milchkonsum erhöht Risiko für Erkrankung

Die Ergebnisse zeigten, dass Milch und Milchprodukte das Risiko für Parkinson erhöhen können. Daher sei eine „ernährungsphysiologische Intervention für Neurologen unerlässlich“, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu reduzieren, hieß es im Forschungsbericht am 22. Juni. Dagegen könnten eine mediterrane Ernährung, Darmmikrobiota sowie die Behebung von Mangelernährung das Risiko von Parkinson reduzieren. Auch „andere Faktoren wie Polyphenole, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Kaffeekonsum können eine potenzielle Schutzwirkung haben“, bilanzierten die Forschenden.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen seit Jahren den Zusammenhang zwischen Milch und Parkinson. Eine schwedische Studie der Uppsala University aus dem Jahr 2019 deutete an, dass der Konsum von mehr als 40 Millilitern Milch pro Tag mit einem erhöhten Risiko verbunden sei. Der Verzehr von Joghurt dagegen stelle kein Risiko dar. (kas)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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