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Schlimmer als Rauchen: Warum uns Einsamkeit schneller altern lässt

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Von: Karolin Schäfer

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Viele Faktoren beeinflussen den menschlichen Alterungsprozess. Forschende haben nun untersucht, welche Rolle dabei die mentale Gesundheit spielt.

Frankfurt – Um im Alter seine Gesundheit möglichst lange zu erhalten, sind vor allem eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und ein gesunder Lebensstil entscheidend. Rauchen dagegen beschleunigt den Alterungsprozess, was meist nicht nur mehr Falten und fahle Haut, sondern auch eine schlechtere Durchblutung bedeutet.

Das Altern führt letztlich zum fortschreitenden „Verlust der physiologischen Unversehrtheit, der Funktionsbeeinträchtigungen und erhöhter Anfälligkeit zu sterben“, informierte das Max-Planck-Institut. Dabei wirken auch andere Mechanismen zum Alterungsprozess bei, die einer Studie zufolge noch schädlicher als Rauchen sein sollen.

Studie: Einsamkeit beschleunigt den Alterungsprozess – mehr als Rauchen

Das Ergebnis einer Untersuchung von Forschenden aus Hongkong und den USA zeigt, dass die mentale Gesundheit einen enormen Einfluss auf den Prozess des Alterns haben kann. Der Gesamteffekt übertreffe dabei „die Auswirkungen des biologischen Geschlechts, der Wohngegend, des Familienstandes und des Rauchens“, hieß es im Forschungsbericht.

Rauchen ist ungesund und beschleunigt den Alterungsprozess. Einer Studie zufolge kann uns aber auch eine angeschlagene, mentale Gesundheit schneller altern lassen. (Symbolbild)
Rauchen ist ungesund und beschleunigt den Alterungsprozess. Einer Studie zufolge kann uns aber auch eine angeschlagene, mentale Gesundheit schneller altern lassen. (Symbolbild) © Ok Shu/imago

Die „psychologische Komponente“ sollte „aufgrund ihres signifikanten Einflusses auf das biologische Alter in Studien zum Altern nicht ignoriert werden“, ergänzten die Forschende. Für die Studie wurden insgesamt 11.914 Menschen aus China über 45 Jahren untersucht. Dafür wurden bei den einzelnen Teilnehmenden die sogenannte „Aging Clock“ (deutsch: „Alterungsuhr“) betrachtet, die von Genetik, Lebensentscheidungen und Umwelt beeinflusst wird.

Mentale Gesundheit: Unzufriedenheit oder Einsamkeit können biologisches Alter erhöhen

Die größten Auswirkungen auf den Alterungsprozess haben demnach das Rauchen, was das biologische Alter um 1,25 Jahre erhöht sowie unruhiger Schlaf, der die Alterung um 0,44 Jahre beschleunigt. Auch krankheitsbedingte Vorgeschichten, wie Schlaganfälle oder Lebererkrankungen, wirken sich auf den Alterungsprozess aus.

Wie die Forschenden während der Studie herausfanden, spielt aber auch die psychische Gesundheit eine zentrale Rolle. „Wir zeigen, dass psychologische Faktoren wie Unzufriedenheit oder Einsamkeit das biologische Alter um bis zu 1,65 Jahre erhöhen kann“, hieß es in dem Bericht.

FaktorenBiologisches Alter
Rauchen+ 1,25 Jahre
Unruhiger Schlaf+ 0,44 Jahre
Angeschlagene Psyche+ 1,65 Jahre

Alterungsprozess auch durch mentale Gesundheit beeinflusst

Anhand der Ergebnisse würde die Alterung also nicht nur durch körperliche Faktoren bestimmt, sondern „bis zu einem Grad auch durch den mentalen Zustand“. Daher seien neben einem gesunden Lebensstil auch der Umgang mit Freund:innen und Familie sowie eine „psychologisch angenehmen Umgebung“ für ein gesundes, langes Leben notwendig.

Auch in Deutschland findet die Studie Resonanz. Altersforscher Sven Voelpel hält soziale Interaktionen ebenfalls wichtig „für ein glückliches und längeres Leben“, sagte er gegenüber Focus. Besonders der Austausch mit anderen sorge dafür, dass man länger jung bleibe. (kas)

Einer spanischen Studie zufolge kann eine bestimmte Ernährung Depressionen begünstigen.

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