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Forscher aus den USA haben eine Methode entwickelt, ein Ohr aus Zellgewebe in 3-D zu drucken.

Medizin-Neuheit

Menschliches Ohr aus dem 3-D-Drucker

Es klingt wie eine Nachricht aus der Zukunft. US-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit einem 3-D-Drucker und einer Zellmischung Ohren zu produzieren. In Zukunft sollen durch diese Technik zum Beispiel Menschen mit nicht augebildeten Ohrmuscheln neue Ohren bekommen.

Mit dem neuen Verfahren wollen die Wissenschaftler der Cornell Universität im US-Bundesstaat New York Menschen helfen, die an Mikrotie leiden. Der Begriff bezeichnet eine nicht vorhandene oder nur unvollständig ausgebildete Ohrmuschel. Bislang versucht die Medizin noch im Kindesalter, etwa mit sechs Jahren, das fehlende Ohr in mehreren Operationen nachzubilden. Das sei nicht einfach und oft sehr schmerzhaft, erklärt Dr. Jason Spector, Chirurg am Weill Cornell Medical Center: "Denn man muss das Gewebe des Kindes entnehmen.“ Hinzu komme, dass der Nachbau der Ohren sehr von der Kunst des Arztes abhänge.

Egal ob Ohrenzellen oder Stammzellen

Nun haben Wissenschaftler der Biomedizintechnik einen Drucker entwickelt, der Ohren aus Zellmaterial produzieren kann. Dr. Lawrence Bonassar und seine Kollegen ist es gelungen, Ohr-Prototypen aus einer Zellmischung zu drucken. Gut sei, dass man jede Art von Zellen modellieren oder drucken könne, egal ob es Ohrenzellen oder Stammzellen sind und man diese auch mischen könne, so Bonassar.

Noch sieht das Gewebe, das der 3-D-Drucker ausspuckt, nicht wie das perfekt geformte Ohr aus. Die Forscher behaupten jedoch, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis das Drucken von Ohren oder anderen Körperteilen in Zukunft einmal ein normaler medizinischer Standard sein werde.

Ebenfalls eine ungewöhnliche Ohr-Transplantation führten im vergangenen Jahr Ärzte aus Baltimore (USA) durch. Einer Patientin, die bei einer Tumoroperation ihr linkes Ohr verloren hatte, formten die Mediziner ein neues Ohr aus dem eigenen Gewebe der Frau. Das nachgebildete Ohr verpflanzten sie ihr vorübergehend in den Unterarm. Nach mehreren Operationen trägt die Frau das nachgebildete Organ an der richtigen Stelle.

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