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Medikamente bei Hitze einnehmen: Bei einigen Wirkstoffen steigt das Herzinfarkt-Risiko

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Von: Helena Gries

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Zahlreiche Menschen nehmen wegen Herz- und Kreislaufproblemen Medikamente ein. Bei Hitze kann die Einnahme jedoch der Gesundheit schaden und sogar gefährlich werden.

Frankfurt – Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland macht vielen Menschen zu schaffen. Das Sommerwetter kann zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen, zahlreiche Personen leiden wegen der hohen Temperaturen unter Kreislaufproblemen. Daher ist es wichtig, bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen und viel zu trinken. Doch nicht nur der Kreislauf kann bei der Hitze gefährlich werden.

Denn bei hohen Temperaturen können Medikamente aufgrund falscher Lagerung Schaden nehmen und dadurch für die Gesundheit gefährlich werden. Besonders aufpassen müssen Menschen mit Herzerkrankungen oder Blutdruckproblemen. Bestimmte Arzneimittel können bei Hitze gegenteilig wirken und die Gefahr eines Herzinfarkts zusätzlich erhöhen.

Eine Tablettenbox mit verschiedenen Tageszeiten und allen Wochentagen steht gefüllt mit Medikamenten auf einem Tisch.
Medikamente für Herz und Kreislauf können bei Hitze der Gesundheit schaden und sogar gefährlich werden. (Symbolbild) © Marcel Kusch/dpa

Herzinfarkt bei Hitze: Bestimmte Medikamente können Risiko erhöhen

Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße im Körper, zudem wird die Durchblutung der Haut erhöht. Durch das vermehrte Schwitzen geht Flüssigkeit verloren, das Risiko für Thrombosen steigt. Eine Gruppe um Professor Dr. Kai Chen von der Yale School of Public Health hat herausgefunden, dass Medikamente, die bei Erkrankungen des Gefäßsystems oder des Herzens gegeben werden, dieses Risiko durch verschiedene Mechanismen noch erhöhen können. Die Forschenden haben ihre Ergebnisse im Fachjournal Nature Cardiovascular Research veröffentlicht.

Bestimmte Medikamente würden die Schweißproduktion und damit die körpereigene Kühlung drosseln, Durstgefühl und Nierenfunktion könnten nachlassen. In der Studie fanden die Forschenden heraus, dass das Herzinfarktrisiko bei Menschen unter plättchenhemmender Therapie, beispielsweise mit dem Medikament ASS, oder bei Betablocker-Einnahme an den heißesten gegenüber kühleren Tagen signifikant erhöht war. Ebenfalls gefährlich sei die Einnahme von Betablockern, da diese den blutdrucksenkenden Effekt anderer Medikamente gegen Bluthochdruck verstärken, was bei Hitze ebenfalls nachteilig sei, da schnell Kreislaufprobleme auftreten können. Die Deutsche Herzstiftung rät Blutdruckpatienten, bei hohen Temperaturen häufiger den Blutdruck zu messen.

Folgende Anzeichen deuten laut der Deutschen Herzstiftung auf einen Herzinfarkt hin:

Medikamente bei Hitze: Falsche Lagerung kann Wirkung aufheben

Auch die Lagerung von Medikamenten spielt besonders bei Hitze eine wichtige Rolle. Hannes Müller, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer (BAK), sagt gegenüber Focus Online: „Wird ein Medikament falsch gelagert, kann es seine Wirkung verlieren – auch wenn man das von außen nicht sieht.“ Tabletten und Kapsel würden Temperaturschwankungen in gewissem Maß vertragen, andere Medikamente müssen hingegen unbedingt kühl gelagert werden.

Bei Hitze verändern sich zudem nicht nur die Wirkstoffe der Medikamente, der Körper reagiert auch anders darauf. So können verschiedene Antibiotika die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Es droht Sonnenbrand. Entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac und Ibuprofen können bei Hitze zu heftigen Reaktionen der Haut führen, heißt es in einem Bericht auf focus.de.

Die Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die Studien anhand weiterer Daten noch untermauert werden müssen. Keinesfalls sollten vorschnell bestehende Medikationen abgesetzt oder geändert werden, ohne dies mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Empfehlenswert ist es zudem immer, den Beipackzettel der Medikamente zu lesen oder in der Apotheke nachzufragen. (hg)

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