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Mai Thi Nguyen-Kim „zerstört“ mit dem HomöopaTEA die Welt der Globuli

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Von: Constantin Hoppe

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Während der Sendung „MaiThinkX“ erklärt Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim der Homöopathie den Kampf und setzt dabei auf einen Eistee.

Mainz – Viele Menschen setzen auf die Wirkung von Globuli. Doch wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit gibt es nicht. Grund genug für Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, sich das mal genauer anzuschauen – mit einer nicht ganz ernst gemeinten Eistee-Marke.

„Wirkung ist, was du draus machst“ – mit diesen Worten hat Mai Thi Nguyen-Kim in ihrem Format „MaiThinkX“ auf ZDF Neo ein neues – und nicht wirklich existierendes – Getränk vorgestellt: Den „HomöopaTea“. Der Eistee wird, so die Wissenschaftsjournalistin, mit Globuli gesüßt. Ist das ein Problem oder gut für die Gesundheit?

Mai Thi Nguyen Kim bei der europäischen Digitalkonferenz re publia
Mai Thi Nguyen-Kim. (Archivbild) © Imago

Mai Thi Nguyen-Kim: Kampfansage an die Welt der Homöopathie

Durch die Einführung ihres Tees macht Mai Thi Nguyen-Kim gewissermaßen eine Kampfansage an die Welt der Homöopathie. Gleich zu Beginn der Sendung sagt sie: „Heute zerstören wir die Homöopathie.“ Damit lädt sie zu einer Reise durch die Welt der Globuli ein und nutzt eine dazu einen Perspektivwechsel: Was wäre, wenn man alle Aussagen zu Globuli und anderen homöopathischen Mitteln wirklich ernst nehmen würde?

Dazu ist es natürlich wichtig, zu wissen, wie Globuli hergestellt werden. Dabei wird ein sehr geringer Anteil eines natürlichen Wirkstoffs, beispielsweise Safran, stark mit Wasser verdünnt – Homöopathen sprechen vom Potenzieren. Diese „potenzierten Wirkstoffe“ werden danach in kleinsten Mengen auf Zuckerperlen gesprüht, auf denen das Wasser verdunstet. So entstehen die kleinen Kügelchen, die danach in Apotheken verkauft werden.

Mai Thi Nguyen-Kim
Geboren:07.08.1987 in Heppenheim
Abschluss:promovierte Chemikerin
Beruf:Wissenschaftsjournalistin und Fernsehmoderatorin

Kampfansage die Homöpathie: Wie sollen Globuli wirken

Der Grund für die Wirkung der Globuli liege dagegen im „Gedächtnis des Wassers“. Die Annahme dahinter und das Grundprinzip der Homöopathie: Wasser „erinnere“ sich an die Wirkstoffe und entfaltet deshalb seine Wirkung. Nur leider ist nach dem Verdunsten des Wassers dieses nicht mehr in den Globuli vorhanden.

Hier kommt der Perspektivwechsel ins Spiel: Was geschieht mit dem Wasser, das bei der Herstellung von Globuli verwendet wird? Denn die Entsorgung von Wasser, das bei der Medikamentenherstellung belastet wurde, unterliegt Vorschriften. Die Frage haben Ngyuen-Kim und ihr Team den zuständigen Bezirken, Behörden und Verbänden gestellt. Die Antwort: Das Abwasser von Homöopathie-Produkten wird genauso behandelt wie „normales“ Abwasser.

Kampfansage die Homöpathie: Keine Bedenken bei der Verwendung als Süßstoff

Diese Antwort überrascht vermeintlich Ngyuen-Kim: Denn schon der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, warnte davor, dass zu hoch potenzierte (also verdünnte) homöopathische Mittel im schlimmsten Fall sogar tödlich sein könnten. Und je mehr Wasser dazu kommt, desto potenzierter sollten die Mittel ja sein.

Allerdings sagt die Carstens-Stiftung, die die Erforschung von Homöopathie fördert: „Homöopathie ist ein nebenwirkungsarmes Theapieverfahren“. Das mag ein Widerspruch sind, aber beruhigt Ngyuen-Kim während ihrer Sendung.

Nguyen-Kim zur Homöpathie: „Ganz ehrlich Leute, das hier ist alles lächerlich“

Das führt dann allerdings zurück zum Eistee: Denn da homöopathische Mittel apothekenpflichtig sind, sollte dies der Verwendung als Süßungsmittel in dem Getränk ja entgegen sprechen. Das wollte die Redaktion der Sendung auch vom Bundesgesundheitsministerium wissen. Die dortige Antwort: Es gibt keinerlei Bedenken, da die Zusammensetzung als Lebensmittel eingestuft wird. Es sei nichts anderes als das Koffein in der Cola oder das Chinin im Tonic Water.

Da platzte Mai Thi Nguyen-Kim dann doch der Kragen: „Ganz ehrlich Leute, das hier ist alles lächerlich“, meint sie während der Sendung. „Entweder Homöopathie wirkt und dann sollte man sie, wie jedes andere Arzneimittel auch, nicht einfach einnehmen. Dann dürfen sie aber auch nicht in die Umwelt gelangen und vor allem darf man damit dann keinen Eistee süßen. Oder – sie wirkt eben nicht.“

Kein HomöopaTEA: Globuli-Preise zu hoch

Mit ihrem Experiment zur Homöopathie scheint Mai Thi Ngyuen-Kim einen Nerv getroffen zu haben. Denn seit der Veröffentlichung werden ihre Beiträge tausendfach in den sozialen Medien geteilt. Den Eistee HomöopaTEA gibt es nicht wirklich zu kaufen – das wäre vermutlich auch zu teuer gewesen: Denn nach Angaben von Ngyuen-Kim wären mindestens 25 Gramm Globuli pro Flasche nötig geworden. (con)

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