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Lungenkrebs-Studie mit überraschenden Erkenntnissen – Darum sind auch Nichtrauchende betroffen

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Von: Sophia Lother

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Auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken. Eine Studie untersuchte nun die Gründe dafür. (Symbolfoto)
Auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken. Eine Studie untersuchte nun die Gründe dafür. (Symbolfoto) ©  Science Photo Library/Imago

Auch Nichtraucher:innen können an Lungenkrebs erkranken. Eine neue Studie enthüllt, warum das der Fall ist.

London – Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum (dkfz) sind Tumore in der Lunge bei Männern die zweithäufigste Krebsart. Bei Frauen kommen nur Brust- und Darmkrebs häufiger vor.

Doch während das Rauchen zu einem der Hauptrisikofaktoren für Lungenkrebs zählt, erkranken dennoch auch Nichtraucher:innen an der tödlichen Krebsart. Ein Forschungsteam auf Großbritannien hat nun einen Erklärungsansatz vorgestellt, warum das der Fall ist.

Die häufigsten Krebsarten in Deutschland nach Geschlecht
FrauenMänner
Brustkrebs (30 Prozent)Prostatakrebs (24,6 Prozent)
Darmkrebs (11,5 Prozent)Lungenkrebs (13,3 Prozent)
Lungenkrebs (9,4 Prozent)Darmkrebs (12,8 Prozent)
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

Lungenkrebs: Warum erkranken auch Nichtraucher:innen daran?

Die Forscher des Francis Crick Institute und des University College London erforschten anhand von Patientenakten, Tierversuchen und Probenentnahmen, wie Lungenkrebs mit der Luftverschmutzung durch Abgase, die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen, zusammenhängt. Das Ergebnis ihrer noch nicht in einem Fachblatt veröffentlichten Studie stellten sie bei der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie in Paris vor.

Ein Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko werde schon lange vermutet. „Aber wir wussten nicht wirklich, ob die Verschmutzung direkt Lungenkrebs verursacht - und wenn ja, wie“, erklärte Krebs-Forscher Charles Swanton und Mitautor der Studie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Krebs in der Lunge: Welche Rolle Luftverschmutzung bei der Tumor-Entstehung spielt

Swanton und sein Team werteten die Akten von mehr als 460.000 Patienten in England, Südkorea und Taiwan aus. Die Analyse habe ergeben, dass Menschen, die verstärkt Luftverschmutzung mit Feinstaub der Partikelgröße PM2,5 ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko für Mutationen des Gens EGFR haben. Im Labor wies sein Forschungsteam demnach an Mäusen nach, dass die PM2,5-Partikel Veränderungen an dem EGFR-Gen wie auch am KRAS-Gen bewirkten, die wiederum beide mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht werden.

Schließlich untersuchte das Forschungsteam fast 250 Proben aus Lungen von Menschen, die nie Luftverschmutzung oder Tabakrauch ausgesetzt waren. Obwohl ihre Lungen gesund waren, fanden sich in 18 Prozent der Proben Mutationen am EGFR-Gen und in 33 Prozent Mutationen am KRAS-Gen.

„Die sitzen da einfach“, sagte Swanton über die Erbgutveränderungen, die nach seinen Angaben mit dem Alter zunehmen. „Für sich allein reichen sie wahrscheinlich nicht aus, um Krebs zu verursachen.“ Wenn eine Zelle aber etwa Luftverschmutzung ausgesetzt sei, könne dies „eine Wundheilungsreaktion“ mit Entzündungsprozessen auslösen, schilderte Swanton. Wenn die betroffene Zelle von einer entsprechenden Gen-Mutation betroffen sei, bilde sich Krebs aus. Aber wie zeigt sich Lungekrebs bei Menschen, die nicht Rauchen?

Lungenkrebs-Symptome bei Nichtraucher:innen: Liegen andere Anzeichen vor? CDC klärt auf

Laut dem Center for Disease Control ad Prevention (CDC) in den USA unterscheiden sich die Lungenkrebs von Rauchenden nicht von denen, die Nichtraucher:innen verspüren. Folgende Symptome können laut CDC auftreten:

Lungenkrebs: Forschungsteam entwickelt auch Ansatz für Krebs-Vermeidung

Abgesehen von dem Erklärungsansatz für die Entstehung von Lungenkrebs entwickelten Swanton und seine Kollegen auch einen Ansatz für die Vermeidung von Lungenkrebs-Erkrankungen. Im Experiment mit Mäusen zeigten sie, dass der Botenstoff Interleukin 1 beta, der den Entzündungsprozess auslöst, durch einen Antikörper gestoppt werden kann. Im Vorfeld kann dadurch verhindert werden, dass der Lungenkrebs entsteht. Auch könnte ein neues Krebs-Medikament könnte die Therapie des Lungenkarzinoms erleichtern. In den USA ist das Mittel bereits zugelassen. (slo mit Material von AFP)

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