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Aktives Epstein-Barr-Virus als Long Covid-Risikofaktor: Auch verbreitete Krankheit triggert Corona-Langzeitfolgen

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Von: Juliane Gutmann

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Frau trägt FFP2-Maske
FFP2-Masken bieten Schutz vor Coronavirus-Infektionen. Diese können mit Long Covid einhergehen: Die Beschwerden halten in dem Fall über mehrere Monate an. © Swen Pförtner/dpa

Sie fühlen sich auch Wochen nach der überstandenen Coronavirus-Infektion nicht gesund? Mediziner sprechen dann von Long Covid. Zählen Sie zur Risikogruppe?

Von Long Covid sprechen Mediziner und Medizinerinnen, wenn Patienten und Patientinnen lange nach überstandener Corona-Infektion noch unter Beschwerden leiden. Diese können je nach Krankheitsverlauf, Alter des Betroffenen oder der Betroffenen oder Vorerkrankungen stark variieren. Um ein einheitlicheres Bild von Long Covid zeichnen zu können, hat ein internationales Forscherteam in einer groß angelegten Untersuchung die Daten aus 16 Studien analysiert, die sich mit Covid-spezifischen Symptomen befassten. Das Fazit der Forschenden um Sandra Lopez-Leon von Novartis Pharmaceuticals mit Sitz in New Jersey, USA: Insgesamt 55 typische Langzeiteffekte können im Zusammenhang mit Covid-19 identifiziert werden. „Die meisten Effekte entsprechen klinischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Anosmie (Anmerkung d. Red.: Riechstörung), Ageusie (Anmerkung d. Red.: Geschmacksstörung) usw. Auch Krankheiten wie Schlaganfall und Diabetes mellitus wurden beobachtet“, informierten die Forschenden.

Auch aktuellere Untersuchungen zu Long Covid belegen, dass es kein seltenes Phänomen ist. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert, leiden schätzungsweise zwei bis 20 Prozent der an Corona erkrankten Erwachsenen noch nach zwölf oder mehr Wochen an Beschwerden. Menschen, die aufgrund von Covid-19 in einer Klinik behandelt wurden, seien aber weit häufiger betroffen. In dieser Gruppe litten ganze 76 Prozent der Patienten und Patientinnen noch sechs Monate nach Entlassung an Long-Covid-Symptomen, beruft sich die BZgA auf aktuelle Untersuchungen.

Zu den bislang am häufigsten von Patienten berichteten oder in Studien beobachteten Corona-Langzeitfolgen zählen der BZgA zufolge:

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„Kontrolle Genesenennachweis“ steht auf einem Schild in der Leibniz Universität.
„Kontrolle Genesenennachweis“ steht auf einem Schild in der Leibniz Universität. Doch auch wer als genesen gilt, kann noch an Corona-Symptomen leiden. Dieses Krankheitsbild bezeichnen Mediziner und Medizinerinnen als Long Covid. (Archivbild) © Ole Spata/dpa

Diabetes bis reaktivierter Epstein-Barr-Virus: Risikofaktoren, die Long Covid begünstigen

Manche Corona-Betroffene haben ein höheres Risiko, an Long Covid zu erkranken. Zu den Long-Covid-Triggern zählen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge hohes Alter, starkes Übergewicht, Vorerkrankungen der Lunge und des Herzens. Auch das Geschlecht scheint eine Rolle zu spielen: So seien Frauen überdurchschnittlich stark vom Erschöpfungssyndrom als Corona-Langzeitfolge betroffen.

Ein Forscherteam um Yapeng Su vom Institute for Systems Biology im US-amerikanischen Seattle fand nun weitere Risikofaktoren für Long Covid. „Wir haben 309 Covid-19-Patienten von der Erstdiagnose bis zur Rekonvaleszenz (2-3 Monate später) einer eingehenden multimikroskopischen Längsschnittuntersuchung unterzogen“, heißt es in der auf dem Fachportal Cell veröffentlichten Studie. Zum Zeitpunkt der ersten Corona-Diagnose machten die US-Forscher und -Forscherinnen vier auffällig häufige Long-Covid-Risikofaktoren aus, heißt es weiter: Typ-2-Diabetes, reaktivierter Epstein-Barr-Virus, spezifische Autoantikörper und ein hoher Gehalt an Coronavirus-RNA im Blut. Letzeres sei ein Hinweis auf eine hohe Coronaviruslast im Körper.

Bei Autoantikörpern handelt es sich um Antikörper, die sich fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe richten. Offenbar bilden an Covid-19-Erkrankte eine Vielzahl solcher Antikörper, die bis zu sechs Monate nach der akuten Erkrankung nachweisbar und möglicherweise an der Entstehung des Long-Covid-Syndroms beteiligt sind, informiert auch die Pharmazeutische Zeitung unter Berufung auf Forschung am Cedars-Sinai Medical Centers in Los Angeles. (jg) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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