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Ein Schild weist in einer Arztpraxis darauf hin, dass die Reihenfolge der Patienten vom Arzt bestimmt wird. (Archivbild)
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Ein Schild weist in einer Arztpraxis darauf hin, dass die Reihenfolge der Patienten vom Arzt bestimmt wird. Wer auch lange nach einer Corona-Infektion weiter mit Beschwerden kämpft, könnte an Post-Covid leiden. (Archivbild)

Neues Krankheitsbild macht neue Leitlinie für Mediziner/innen nötig

Anleitung für die Behandlung von Post-Covid veröffentlicht: So erkennen Ärzte/Ärztinnen die Corona-Spätfolge

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Post-Covid optimal behandeln: Eine neu veröffentlichte Leitlinie soll das Risiko chronischer Corona-Verläufe reduzieren.

Ähnlich wie bei anderen Infektionskrankheiten gibt es nach einer Infektion mit dem Coronavirus immer mehr Berichte über anhaltende Beschwerden. Das geht aus der neuen Leitlinie „S1-Leitlinie Post-Covid/Long-Covid“ hervor. Diese ist seit 12. Juli 2021 gültig und wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. veröffentlicht. Darin enthalten ist zum einen die Definition des neuen Krankheitsbildes Post-Covid. Zum anderen gibt die Leitlinie Ärzten und Ärztinnen Handlungsempfehlungen in Hinblick auf Diagnose und Therapie. „Die Leitlinie versteht sich als klinisch-praktischer Leitfaden für die Diagnose und Therapie einer Post-Covid- oder Long-Covid-Erkrankung“, zitiert das Ärzteblatt Michael Pfeifer, Pastpräsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), die bei der Erstellung der Leitlinie mitgewirkt hat.

Bei dem Post-Covid- und Long-Covid-Syndrom handelt es sich nicht um dasselbe Krankheitsbild. Wer am Post-Covid-Syndrom leidet, ist länger als zwölf Wochen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus noch krank. Jede/r zehnte Corona-Patient/in soll dem Bayerischen Rundfunk (BR) zufolge an Post-Covid erkranken. Das Long-Covid-Syndrom dagegen ist schneller wieder überstanden. Folgende Kriterien sprechen für Long-Covid:

  • Vier bis zwölf Wochen nach einer Corona-Infektion fühlen sich Betroffene immer noch krank.
  • Vier bis zwölf Wochen nach der Erkrankung tauchen neue Symptome auf.
Wenn Patienten/Patientinnen noch lange nach einer Corona-Infektion über Beschwerden klagen, sprechen Mediziner/innen von Post-Covid.

Post-Covid: Leitlinie als Hilfestellung für behandelnde Ärzte/Ärztinnen

Die neue Corona-Leitlinie, die in Zusammenarbeit von 14 Fachgesellschaften, Expertengremien und Patientenverbänden erstellt worden ist, soll in erster Linie eines: „sehr praktische Anleitungen geben, für Therapie und für Praxis“, zitiert der BR Professor Rembert Koczulla, Professor für Pneumologische Rehabilitation in Marburg, der an der Leitlinie mitgearbeitet hat. Wichtig sei diese vor allem deshalb, um durch systematisches Vorgehen in der Behandlung von Post- und Long-Covid das Risiko chronischer Krankheitsverläufe zu verhindern. Knapp zehn Prozent der Patienten/Patientinnen seien von einem chronischen Corona-Verlauf betroffen, zitiert der BR Professor Michael Pfeifer, Präsident der DGP.

Erste Schritte in der Versorgung von Post-Covid-Patienten/Patientinnen

In einem ersten Schritt wird der/die behandelnde Arzt/Ärztin bei Verdacht auf Post-Covid immer ein ausführliches Anamnesegespräch führen. Auch ein Fragebogen kann laut Leitlinie zum Einsatz kommen. „Für eine spezifische Therapie gibt es bislang noch keine wissenschaftlich belastbaren Belege.“, heißt es weiter. Entsprechend orientiert sich die Therapie an den Symptomen der Patienten. Bei Riechstörungen verspricht sogenanntes Riechtraining der Leitlinie zufolge Linderung. Bei Symptomen, die das Nervensystem betreffen, empfiehlt die Leitlinie „physio-, und ergotherapeutische, neuropsychologische sowie sozialpädagogische Unterstützung (ambulante Heilmittel). Ggf. sollte eine ambulante oder stationäre Neurorehabilitation (auch bei kognitiven Störungen) initiiert werden“, heißt es weiter. (jg)

Zur Leitlinie „S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID“

Quellen: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/

Weiterlesen: „Wie ein Schnupfen“: Symptome nach einer Corona-Infektion trotz Impfung

Wie man mit erblich bedingten Krankheiten umgeht

Besteht eine familiäre Vorbelastung, werden die Kosten für einen genetischen Test bei Erbkrankheiten von Krankenkassen übernommen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
Besteht eine familiäre Vorbelastung, werden die Kosten für einen genetischen Test bei Erbkrankheiten von Krankenkassen übernommen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn © Klaus-Dietmar Gabbert
Oft spielen auch Umwelteinflüsse und die Lebensführung eine wichtige Rolle. Foto: Angelika Warmuth/dpa-tmn
Oft spielen auch Umwelteinflüsse und die Lebensführung eine wichtige Rolle. Foto: Angelika Warmuth/dpa-tmn © Angelika Warmuth
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Tritt eine bestimmte Krebsform in zwei aufeinanderfolgenden Generationen auf, besteht ein hohes familiäres Risiko. Foto: Jan-Peter Kasper/dpa-Zentralbild © Jan-Peter Kasper
Prof. André Fischer arbeitet am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen. Foto: Frank Stefan Kimmel/UMG/dpa-tmn
Prof. André Fischer arbeitet am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen. Foto: Frank Stefan Kimmel/UMG/dpa-tmn © Frank Stefan Kimmel
Prof. Peter Lichter ist Leiter der Abteilung Molekulare Genetik am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Foto: Tobias Schwerdt/DKFZ/dpa-tmn
Prof. Peter Lichter ist Leiter der Abteilung Molekulare Genetik am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Foto: Tobias Schwerdt/DKFZ/dpa-tmn © Tobias Schwerdt

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